Abteilung für Mittelalterliche Geschichte
Die Abteilung für Mittelalterliche Geschichte der Universität Bonn erforscht das europäische Mittelalter in seinen regionalen und überregionalen Zusammenhängen. Im Mittelpunkt stehen kulturhistorische Fragestellungen, die politische, gesellschaftliche und religiöse Entwicklungen ebenso berücksichtigen wie Wahrnehmungen, Vorstellungen und Handlungsspielräume historischer Akteure. Aktuell bildet die Erforschung mittelalterlicher Mobilität einen besonderen Schwerpunkt. Dabei werden Bewegungen von Menschen, Objekten und Wissen sowie die daraus entstehenden Verflechtungen und Kommunikationsräume untersucht. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Militärgeschichte und Kriegerkultur, Herrschaft und ihre Funktionen sowie die Beziehungen zwischen Byzanz und dem lateinischen Westen. Regional reicht das Spektrum von Mitteleuropa über England und Italien bis zum Byzantinischen Reich. Ein besonderes Anliegen der Abteilung ist die Verbindung einer quellennahen Analyse schriftlicher Überlieferung mit archäologischen Zeugnissen und digitalen Methoden. Durch die Kombination unterschiedlicher Quellengattungen und methodischer Zugänge sollen historische Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven erschlossen und transregionale Kontakte, kulturelle Transferprozesse sowie Formen von Mobilität und Kommunikation untersucht werden.
Abteilungsblog
Zum Abschied ein überraschender Quellenfund (31.08.2026)
An seinem letzten Arbeitstag nach 28 Jahren am Bonner Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte konnte Matthias Becher gestern eine jüngst entdeckte, reich bebilderte Handschrift übergeben werden. Die darin enthaltenen Annales breves Bonnenses stellen eine bislang singuläre Quelle für die Geschichte des Lehrstuhls und seines Inhabers seit 1998 dar und dokumentieren in Wort und Bild große wie kleine Ereignisse aus Forschung, Lehre und akademischem Alltag. Einige aktuelle und ehemalige Angehörige des Lehrstuhls waren bei der Übergabe des sensationellen Fundes dabei und konnten die Glaubwürdigkeit zahlreicher Passagen aus eigener Anschauung bestätigen. Der Codex befindet sich nun in Privatbesitz; eine kritische Edition ist angekündigt.
Exkursion in das Depot des LVR-Landesmuseums Bonn (18.06.2026)
Im Rahmen des Seminars „Das merowingische Gallien (c. 482 bis 751): Überregionale Dynamiken und lokale Realitäten“ fand am 18. Juni 2026 eine Exkursion in das Depot des LVR-Landesmuseums Bonn statt. Hier führte Dr. Elke Nieveler, Referentin für Frühmittelalter, die Seminarteilnehmer*innen durch die Hallen des Gebäudes, in deren luftgetrockneter Umgebung Objekte aus mehreren Jahrtausenden menschlicher Geschichte konserviert werden. Sie vollständigen Exkursionsbericht finden Sie auf dem Blog der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte.
Workshop: Vormoderne Mobilität in Zeit und Raum abbilden – Digitale Perspektiven (24./25.03.2026)
Digitale Methoden sowie neue Formen der Datenauswertung und -aufbereitung bieten vielversprechende neue Perspektiven für die Untersuchung vormoderner Mobilität. Die digitale Erfassung von Routen, Infrastrukturen, Personen und Netzwerken eröffnet neue Möglichkeiten zur Erforschung von Reiseaktivität und Alltagsbewegungen in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit. Zugleich gehen diese Methoden mit neuen Herausforderungen einher und werfen grundlegende Fragen bezüglich der Vorgehensweise bei der Quellenarbeit, der Erhebung und Präsentation von Daten sowie der hierzu verwendeten Modelle auf. Mit diesen Fragen und den damit verbundenen Problemstellungen setzte sich nun der interdisziplinäre Workshop „Vormoderne Mobilität in Zeit und Raum abbilden. Digitale Perspektiven“ auseinander. Den vollständigen Tagungsbericht finden Sie auf dem Blog der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte.
Ein fränkischer König aus Konstantinopel? Die Gundowald- Verschwörung (581–584) und das Problem ihrer Überlieferung (20.05.2026)
In Ihrer Antrittsvorlesung an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn verfolgt Frau Prof. Dr. Laury Sarti das Ziel durch die Darstellung der "Gundowald-Verschwörung" im Werke Gregors von Tours zu führen, um einerseits die Schwierigkeiten, die mit ihrer Deutung verbunden sind, näherzubringen und andererseits auch eigene Auffassungen zu den Ereignissen zu präsentieren – selbstverständlich nicht, ohne Ihnen bestehende lose Enden und offene Fragen vorzuenthalten. Den vollständigen Wortlaut ihres Vortrags finden Sie auf dem Blog der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte.
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Institut für Geschichtswissenschaft
Abteilung Mittelalterliche Geschichte
Konviktstraße 11
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