B.A. Kernfach Geschichte

Das Studienfach B.A. Geschichte (Kernfach) bietet die Möglichkeit einer eindeutigen Schwerpunktsetzung mit 132 von 180 Leistungspunkten im Rahmen des Bacherlorstudiums. Die Qualifikationsziele des Kernfachs richten sich in Vorbereitung auf den Master sowohl auf die fachwissenschaftliche Expertise als auch den außerakademisch-praktischen Bereich.

Das Studium der Geschichte zielt nicht auf bloße Wissensvermittlung, sondern will mit Fragen, Methoden, Theorien und Lösungsansätzen der historischen Forschung wie auch der sach- und adressatengerechten Vermittlung ihrer Erkenntnisse vertraut machen und die Studierenden zu eigener Forschungsarbeit und wissenschaftlicher Diskursfähigkeit anleiten. Im Mittelpunkt steht die intensive Auseinandersetzung mit historischen Quellen (meist Texten), ihre Lektüre, ihre Prüfung auf Echtheit und Aussagekraft, ihre Analyse und Interpretation.

Die Studierenden erwerben im Kernfach eine profunde historische Bildung und werden theoreretisch und methodisch befähigt, historischer Quellen verschiedenster Art und aus unterschiedlichen Epochen nach fachwissenschaftlichen Standards zu analysieren, objektiv-kritisch zu beurteilen und das erworbene Wissen und die methodisch-analytischen Kompetenzen selbstständig zu vertiefen und berufsorientiert anzuwenden.

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© Volker Lannert / Universität Bonn

Die Binnengliederung des Instituts mit fünf Professuren für die historischen Großepochen (Griechische und Römische Antike, Mittelalter, Neuere/Neueste Geschichte), vier Professuren für die Profilbereiche Frühe Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte, Osteuropäische Geschichte, Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Historische Grundwissenschaften und Archivkunde und einer Professur für Didaktik der Geschichte ermöglicht ein differenziertes, thematisch wie methodisch breit gefächertes Lehrangebot. Es umfasst regelmäßig Veranstaltungen zur Regional- und Landesgeschichte, zur deutschen und europäischen, zur italienischen, französischen und britischen Geschichte sowie zur Geschichte Osteuropas (einschließlich Russlands und Sibiriens) und der USA von den Anfängen bis in die Gegenwart. Thematisch spannt sich der Bogen von der politischen Geschichte und der Geschichte der internationalen Beziehungen über die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die Unternehmensgeschichte, die Rechts- und Verfassungsgeschichte, die Kirchengeschichte, die Stadtgeschichte bis hin zur Kultur-, Ideen- und Bildungsgeschichte.

Das Kernfach bietet eine breite und intensive, alle Epochen und unterschiedlichste Themenfelder umfassenden Ausbildung, die auf folgende Komeptenzen abzielt:

  • eine breite historische Bildung sowie ein vertieftes historisches Verständnis für vergangene und gegenwärtige politische, gesellschaftliche und kulturelle Gegebenheiten;
  • die Fähigkeit, für ein bestimmtes historisches Problem relevante Informationen zu sammeln, zu verstehen, einzuordnen und zu interpretieren;
  • die Fähigkeit zur Analyse und Kritik historischer Quellen verschiedenster Art und aus unterschiedlichen Epochen;
  • die Fähigkeit, auf der Grundlage von Quellen und Fachliteratur den aktuellen Forschungsstand zu einem bestimmten historischen Problem zu erarbeiten;
  • die Fähigkeit, Ergebnisse der eigenen Arbeit wissenschaftlich fundiert in mündlicher und schriftlicher Form zu präsentieren und argumentativ zu verteidigen;
  • die Fähigkeit, das erworbene Wissen und die methodisch-analytischen Kompetenzen selbstständig zu vertiefen und berufsorientiert anzuwenden.

Das Studienfach besteht aus 11 Pflichtmodulen und einem Wahlpflichtmodul zu insgesamt 120 LP. Hinzu kommt die Bachelorarbeit mit 12 LP. Das scheinbare Ungleichgewicht zwischen Pflicht- und Wahlpflichtanteilen wird dadurch aufgewogen, dass in nahezu allen Modulen eine hohe Zahl von Lehrveranstaltungen zur Wahl gestellt wird (siehe dazu auch das Modulhandbuch und den Studienverlaufsplan unter "Dokumente zum Studium").

Grundlagenmodule im ersten Studienjahr dienen dazu, Lücken in der Vorbildung zu schließen, das Faktenwissen zu verbreitern und ein historisches Verständnis grundzulegen. Sie bereiten überdies auf die Anforderungen der nachfolgenden Module vor.

Epochenmodule im ersten und zweiten Studienjahr vertiefen historische Bildung und historisches Verständnis anhand ausgewählter Themen aller drei Großepochen, führen in das wissenschaftliche Arbeiten ein, erläutern grundlegende Methoden und Arbeitstechniken, vermitteln elementare Kenntnisse der Quellenanalyse und -kritik und leiten zur mündlichen und schriftlichen Präsentation von Arbeitsergebnissen an.

Profilmodule im dritten und vierten Fachsemester führen in wichtige Teilfächer der Geschichtswissenschaft ein (Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Osteuropäische Geschichte, Rheinische Landesgeschichte, Historische Grundwissenschaften und Archivkunde), erweitern und profilieren die in den Epochenmodulen erworbenen methodischen und analytischen Fähigkeiten und festigen die schriftlichen und mündlichen kommunikativen Kompetenzen.

Das Modul Schlüsselkompetenzen für Historiker im zweiten Studienjahr dient explizit der Vermittlung studien- und berufsrelevanter Schlüsselkompetenzen. 

Hauptmodule im fünften Fachsemester erwarten von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weitgehende Selbstständigkeit im Bereich der Quellen- und Literaturrecherche, intensivieren die quellenanalytische Arbeit, vervollkommnen die Präsentations- und Vortragstechnik und leiten dazu an, sich mit aktuellen Forschungsfragen und -tendenzen auseinanderzusetzen, sie zu reflektieren, zu diskutieren und zu bewerten.

Ein Praxismodul dient der Information über berufliche Perspektiven und deren Anforderungsprofile, gewährt Einblick in ein ausgewähltes Berufsfeld und bietet die Möglichkeit, das erworbene Wissen und methodisch-analytische Kompetenzen berufsorientiert anzuwenden.  Das sechste Semester steht idealerweise ausschließlich für die Anfertigung der Bachelorarbeit zur Verfügung, die über ein Kolloquium betreut wird.

Das Kernfach Geschichte kann mit einer Vielzahl von Begleitfächern kombiniert werden, darunter auch Fächer anderer Fakultäten wie Rechtswissenschaften und Geographie.

Eine Übersicht über die Kombinationsmöglichkeiten finden Sie hier.

Modulhandbuch

Studienverlaufsplan

Prüfungsordnung (S. 1-35 allgemeiner Teil; S. 324-330 die studiengangsspezfisichen Bestimmungen)

Bewerbungen zum Studiengang sind zum Wintersemester möglich. Derzeit ist das Kernfach nicht zulassungsbeschränkt. Aktuelle Informationen über den Status der Zulassungsbeschränkung und weitere HInweise etwa zu den Bewerbungsfristen und zur Einschreibung finden Sie hier.

Praxisanteile

Zum Kernfach gehören als Wahlpflichtmodule die beiden Praxismodule A und B. Die Studierenden können sich entweder ein mindestens vierwöchiges, in Vollzeit geleistetes Praktikum auf ihr Studium anrechnen lassen und dazu einen Praktikumsbericht verfassen oder die Ringvorlesung „Historiker im Beruf“ und eine begleitende, berufsorientierende Übung besuchen.

Für die gezielte Suche nach einem Praktikum wurde eine umfangreiche fachspezifische Praktikumsbörse aufgebaut: https://www.zhgg.uni-bonn.de/studierende-1/praktika. Sie umfasst inzwischen Kontaktdaten von mehr als 150 Institutionen, öffentlichen Einrichtungen, Kulturbetrieben, Medien- und sonstigen Unternehmen, bei denen Studierende des Instituts erfolgreich Praktika absolviert haben und die mit einer Veröffentlichung auf der Homepage und Nennung eines Ansprechpartners einverstanden waren. Praktikumsmöglichkeiten bestehen u.a. beim Haus der Geschichte, Corporate History Abteilung von BASF, der Deutschen Welle, der Handelsblatt GmbH im Bereich Bereich Projektleitung, der Volkswagen AG, im Kommunikationsmanagement der Robert Bosch GmbH und beim Start-up!-Programm der Telekom. Die Praktikumsbörse wird weiter gepflegt und ständig ergänzt. Praktika in circa 40 Archiven der Region werden darüber hinaus in Zusammenarbeit mit dem LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (Pulheim-Brauweiler) vermittelt (Programm „Erlebnis Archiv“).

In der Ringvorlesung „Historiker im Beruf“ stellen jedes Wintersemester Absolventen des Instituts aus unterschiedlichsten Berufsfeldern ihren Werdegang vor und geben Tipps für Praktika, Bewerbungen und den Berufseinstieg. Die Übungen im Praxismodul B werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Archiven, Museen und Gedenkstätten angeboten. Dies geschieht in Kooperation mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln und der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf. Beide Varianten ermöglichen es den Studierenden, Berufsfelder für Historiker kennenzulernen; die Wahl zwischen Übung und Praktikum bietet den Studierenden dabei ein flexibles Angebot, das sowohl der jeweiligen Planung des Studienverlaufs als auch dem Fortschritt der Berufsplanung entgegenkommt.

Weiterführende Studiengänge
Das Kernfach Geschichte qualifiziert für den Masterstudiengang Geschichte. Informationen zu Inhalten und Zugangsvoraussetzungen finden Sie hier.

Berufsperspektiven

Texte verstehen und deuten, Informationen beschaffen, auswerten und vermitteln, sind Anforderungen, die nicht nur in der Geschichtswissenschaft von Absolventinnen und Absolventen erwartet werden. Sie stellen daher nicht nur fachliche, sondern auch überfachliche Qualifikationsziele dar, zu denen außerdem die Entwicklung von Problemlösungen, die Bewältigung neuer Aufgabenstellungen, das Verständnis für Zusammenhänge und Handlungsspielräume in einer gegebenen Situation, reflektiertes und verantwortungsbewusstes Arbeiten, ein erfolgreiches Zeitmanagement sowie gleichermaßen Selbstständigkeit und Teamfähigkeit und – nicht zuletzt – Vermittlungskompetenzen zählen. Dem ausgebildeten Historiker erschließen sich daher berufliche Optionen auf den verschiedensten Gebieten, in denen die Fähigkeiten und Kompetenzen eines Historikers von großem Nutzen sein und gewinnbringend eingesetzt können. Mögliche Berufsfelder sind bspw.:

•         Universitäten und spezielle Forschungseinrichtungen

•         Staatliche und private Archive, Unternehmensarchive

•         Bibliotheken, Dokumentationsstellen

•         Referent/in/Wissenschaftliche Mitarbeit in Verbänden, Stiftungen, Parteien, Parlamenten, Ministerien, weiteren Behörden

•         Erwachsenenbildung, Volkshochschulen

•         Zeitungen, (Fach-) Zeitschriften, Verlage

•         Rundfunk, Fernsehen, Online-Medien

•         Kultureinrichtungen, Kulturmanagement, Eventmanagement

•         Museen, Gedenkstätten, Ausstellungswesen

•         Diplomatischer Dienst, Institutionen der Europäischen Union, NGO’s

•         Öffentlichkeitsarbeit/Public Relations in Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, Parteien, Parlamenten, Behörden

•         Tourismus, wiss. Reiseleitung

•         Personalwesen

•         Unternehmensberatung, Politikberatung


Studienberatung B.A. Geschichte (Kernfach, Zwei-Fach, Begleitfach)

u.a. Beratung zu Studienorganisation und –verlauf, Veranstaltungsbelegung, Anrechnungen, Studieninteressierte 

Kontakt
Dr. Matthias Koch

+49 228 / 73-53 74
m.koch@uni-bonn.de
Sprechstunde: Di, Do 10-12

Adresse

EG, Raum 0.012
Konviktstraße 11
53113 Bonn

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