08. Oktober 2026

Antrittsvorlesung Amerigo Caruso Antrittsvorlesung Amerigo Caruso

Ist die Wahrheit das erste Opfer im Krieg? Koloniale Gewalt und die Entstehung moderner Kriegsberichterstattung im frühen 20. Jahrhundert

Am 2. Dezember 2026 findet in Hörsaal IV (1. OG, Hauptgebäude, Am Hof 1) um 14:15 Uhr die Antrittsvorlesung von Amerigo Caruso statt.

Antrittsvorlesung Amerigo Caruso
Antrittsvorlesung Amerigo Caruso © Amerigo Caruso
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Ist die Wahrheit das erste Opfer im Krieg? Koloniale Gewalt und die Entstehung moderner Kriegsberichterstattung im frühen 20. Jahrhundert

Mit dem Krimkrieg und dem nordamerikanischen Sezessionskrieg begann Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Phase der Kriegsberichterstattung. Erstmals entstanden regelmäßig Korrespondenzen über das Kriegsgeschehen, die von Journalisten vor Ort verfasst wurden und per Telegraf rasch die Redaktionen erreichten. Jedoch war es erst im Kontext der zahlreichen imperialen und kolonialen Konflikte, die um 1900 ausbrachen, dass die Medialisierung des Krieges eine völlig neue, moderne Dimension annahm. In der Massenpresse wurden Fotografien umfassend eingesetzt und die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Medien war im Vergleich zu den 1850er und 1860er Jahren enorm gewachsen. Der Vortrag skizziert die Entstehung moderner Kriegsberichterstattung und fragt am Beispiel der italienischen Invasion in Libyen 1911, wie internationale Journalisten und Nachrichtenagenturen arbeiteten, welche Informationen trotz Militärzensur ans Tageslicht kamen und wie diese, insbesondere mit Blick auf koloniale Gewalt, interpretiert wurden.

acaruso@uni-bonn.de

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