Münzsammlung in der Abteilung für Alte Geschichte

Die Münzsammlung umfasst insgesamt 75 griechische und römische Münzen aus der Zeit zwischen 550 v. Chr. und 450 n. Chr.
Die Münzen wurden als Leihgaben vom LVR-LandesMuseum Bonn und dem Akademischen Kunstmuseum der Universität Bonn sowie aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt.
Mit der Leihgabe werden exemplarisch alle Epochen von der Archaik bis zur Spätantike sowie wichtige Nominale, Münztypen, Materialien und Regionen dargestellt – von Gandara bis Großgriechenland.

Münzen verraten viel über die Ideen, Werte und politischen Vorstellungen der jeweiligen Gesellschaft. Herrscher ebenso wie Adelsrepubliken und Demokratien nutzten dieses Medium, um sich einem breiteren Publikum zu präsentieren; Münzen waren in jedermanns Hand. Auch wirtschaftsgeschichtlich sind sie aufschlussreich: Münzverschlechterungen können auf Inflation hindeuten, und das vermehrte Auftreten von Münzhorten lässt auf Krisenzeiten schließen.

Welche Geschichten sich daraus ergeben, zeigt zum Beispiel eine winzige Münze aus dem 5. Jh. v. Chr. mit dem Kopf des Heros Leukippos.
Die Münze ist kleiner als ein Daumennagel und leichter als eine Büroklammer. Auf der Vorderseite ist etwas verwaschen der bärtige Kopf des Heros Leukippos mit Helm zu sehen, auf der Rückseite befinden sich Schriftzeichen in einem vertieften Quadrat. So unscheinbar die Münze wirkt, kann sie Historikern ganze Geschichten erzählen: Das metallische Zahlungsmittel bestätigt antike Berichte über die Verbannung des Politikers Themistokles aus Athen und seine Aufnahme bei den feindlichen Persern. Themistokles soll anschließend Herrscher über die Stadt Magnesia am Mäander (Westtürkei) geworden sein – daher stammt die seltene Münze.

Studierende können so direkt an den Objekten lernen, wie sich historische Forschung anhand von Münzen betreiben lässt: Wie datiert man Münzen? Was verraten sie über religiöse, soziale und politische Vorstellungen? Welche Rolle spielten sie im Zahlungsverkehr und im Wirtschaftsleben?
Der Umgang mit den antiken Objekten sensibilisiert Studierende für die besondere Quellensituation der Alten Geschichte.

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