Forschung

Forschungsprojekte & Qualifikationsschriften
der Abteilung für Alte Geschichte

Laufende Projekte

Winfried Schmitz und Konrad Vössing sind 'Principal Investigators' des Bonner Exzellenzclusters 'Beyond Slavery and Freedom - Asymmetrische Abhängigkeiten in vormodernen Gesellschaften' (2019-2026).

Im Forschungsprojekt werden die in der antiken Literatur und auf Inschriften überlieferten Fragmente der Gesetze Drakons und Solons in einer neuen Systematik und in kritischer Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Literatur neu präsentiert. Vorgelegt werden die Gesetze in Originalsprache, deutscher Übersetzung und mit Kommentaren und Literaturhinweisen versehen. Auswertende Kapitel ordnen die Fragmente in den politischen, wirtschafts-, sozial- und rechtsgeschichtlichen Zusammenhang der archaischen Zeit ein.

Link zu Projektseite der DFG...

Projektmitarbeiter der Abteilung für Alte Geschichte:

  • Prof. Dr. Winfried Schmitz
  • Dr. Tino Shahin
  • Anja Pfeiffer M.A.
  • Yvonne Krumholz M.A.
  • Yann Wintersdorf B.A.

(Projektleitung: Prof. Dr. Ludwig Morenz)

Laufzeit: 2021–2024

Als „Vater der Geschichtsschreibung“ (Cicero) bezeichnet, ist Herodot (5. Jh. v. Chr.) ein klassischer Autor von herausragender Bedeutung für gleich mehrere altertumswissenschaftliche Fächer. Mit Fokus auf das zweite, Ägypten gewidmete Buch seiner Historien sollen fächerübergreifend in einem neuen altertumswissenschaftlichen Lehrverbund aus Ägyptologie, Altphilologie, Alter Geschichte, Klassischer Archäologie und alttestamentlicher Wissenschaft dieser Autor mit Studierenden erschlossen werden und Studierende im Umgang mit antiken Quellen geschult werden. Dafür soll in konzeptioneller und praktischer Zusammenarbeit mit dem Bonn Center for Digital Humanities (BCDH) eine fächerübergreifende und nachhaltige digitale Lehr- und Lernplattform entwickelt werden. Für die Lehre sollen mit den Studierenden die kulturhistorisch relevanten Dinge und Personen, Ereignisse und Kulturphänomene, Räume und Zeiten in Gestalt einer interaktiven Lernplattform und auf Basis einer digitalen Karte erschlossen werden. Parallel zur Lehr- und Lernplattform sollen von den Studierenden kleinere Ausstellungen erarbeitet werden.

Altertumswissenschaftliches Graduiertenkolleg der Universitäten Straßburg und Bonn mit der Unterstützung der Deutsch-Französischen Hochschule

Die Bewerbung bei der Deutsch-Französischen Hochschule um ein Graduiertenkolleg hatte erneut Erfolg: Unser Projekt ‘Masse und Integration in antiken Gesellschaften’ wurde für weitere vier Jahre (2022 - 2025) verlängert. Hauptpartner werden wie bisher Bonn und Strassburg sein; einbezogen sind des weiteren die Universitäten Bern, Liège und Luxembourg. Beteiligt sind die fachlichen Bereiche Alte und Frühmittelalterliche Geschichte, Kirchengeschichte, Klassische Philologie, Archäologie und Christliche Archäologie, Vorderasiatische Altertumskunde.

Thema

Im Rahmen des TGK MIAG werden erstmals die „Masse“ als historisches Phänomen mit dem Konzept der Integration in systematische Beziehung gesetzt. Der Begriff der „Masse“ soll dabei eine zahlenmäßig große Menschengruppe meinen, die sich nur vorübergehend und weitgehend ungeordnet zusammenfindet. Der Begriff der „Integration“ verweist dagegen auf (un-)bewußte Ordnungsprozesse, die für die Ausbildung dauerhafter Gesellschaftsstrukturen notwendig sind (z. B. durch räumliche und zeitliche Kategorien, durch ideologische Orientierungen, durch eine innere Hierarchisierung). Bereits in der Antike wurden die thematischen Pole unseres Graduiertenkollegs als Phänomene erkannt und zu Repräsentationszwecken genutzt, vgl. etwa die emblematischen Stilisierungen von „Philosophen/ Gebildeten in der Masse“, „Christen unter Heiden“, „Eliten in Versammlungen“ usw., aber auch dingliche Formen elitären Selbstdarstellung, deren Referenzrahmen immer auf die eine oder andere Art auf die größere Zahl der Basisgruppe verweist. Das Graduiertenkolleg will diese Phänomene in intrakultureller Perspektive und auf der Basis einer breiten Quellenbasis miteinander in Beziehung setzen.

Hauptziele

  • Gemeinsame Arbeit an einem innovativen Forschungsprojekt, das mannigfaltige Perspektiven zur Doktorandenförderung bietet;
  • Zusammenbringen der französisch- und deutschsprachigen Forschung
  • Zusammenfassung verschiedener bereits bestehender Kooperationen auf der Ebene von Doktoranden und Forschern
  • Schaffung eines Forums für den interdisziplinären Austausch im Bereich der Altertumswissenschaften, die in allen drei Partneruniversitäten außerordentlich reich und verschiedenartig vertreten sind.

Bewerbung

Dank der Förderung durch die Deutsch-Französische Hochschule betreiben die Universitäten Bonn und Straßburg ein deutsch-französisches Graduiertenkolleg, das sich grenz- und disziplinenübergreifend mit dem Thema „Masse und Integration in antiken Gesellschaften“ beschäftigt. Um die Aufnahme können sich Studierende bewerben, die bei einem der beteiligten Hochschullehrerinnen und Hoch­schullehrer ein Dissertationsprojekt beginnen wollen oder bereits begonnen haben.

Die Bewerbung sollte eine Darstellung des Dissertationsprojektes (max. 10 S.), einen Lebenslauf (inkl. Sprachkenntnisse) sowie Angaben zur beabsichtigten Mitarbeit (bitte präzisieren, wie viele Monate Aufenthalt in welchen Partneruniversitäten geplant sind) enthalten. Die Bewerbung ist bis spätestens 20. Februar bzw. 20. August jeden Jahres an alle drei Sprecher des Trinationalen Doktoranden-Kollegs per Mail (im pdf-Format) zu richten.

Kontakt in BonnKonrad Vössing6

„Historisch-archäologisches Lexikon“

DER NEUE PAULY, Supplementband 14,

hg. von Konrad Vössing u.a.

Behandelt wird die Zeit vom ersten Auftauchen von Germanen (Bastarnen, Kimbern, Teutonen, Ambronen) am römischen ‚Horizont’ im 2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n.Chr., in dem zum einen die politische Geschichte vieler germanischen gentes (z.B. von Alamannen, Burgunden, Vandalen, Ostgoten), die sich auf römischem Reichsgebiet installiert hatten, zuende ging und zum anderen den sog. Franken eine dauerhafte, teilweise durchaus römisch geprägte Reichsbildung gelang, die das Imperium Romanum im Westen ablöste.

hg. von Stefan Arbeiter, Sabine Schrenk und Konrad Vössing

Der Bildatlas – er besteht aus einem Buch und einer CD – ist zugleich ein Lexikon zur spätantiken Kleidung mit Darstellungen des Forschungsstandes, Abbildungen, Zeichnungen, Quellenzitaten und Erläuterungen zu ca. 65 Kleidungsstücken der Spätantike (3. – 6. Jh. n.Chr.), vom Alltagsgewand bis zum Ornat.

Prof. Dr. Winfried Schmitz erarbeitet einen familienhistorischen Kommentar zu den Reden des Isaios (die deutsche Übersetzung wird von Prof. Dr. K. Geus / FU Berlin neu bearbeitet).

DFG-gefördertes Projekt zur „Katalogisierung und Digitalisierung der Bonner Papyrussammlung zwecks Langzeitsicherung und Bereitstellung

Website des Projekts...

Abgeschlossene Projekte

Matthias Haake

Die Ergebnisse wurden publiziert in:

Tino Shahin, Fragmente der Historiker: Nikolaos von Damaskus, Stuttgart, Hiersemann Verlag (Bibliothek der Griechischen Literatur), 2018.

Die Ergebnisse wurden im September 2010 von Prof. Dr. Winfried Schmitz beim Historikertag in Berlin vorgestellt.

Prof. Dr. Winfried Schmitz leitete dieses Projekt seit 2010 zusammen mit Herrn Prof. Dr. Heinz Heinen.

Prof. Dr. Konrad Vössing

 Dem Buchprojekt liegt die Grundfrage nach dem Verhältnis von Römern und Vandalen zugrunde; damit zusammen hängt die ‚Reichsbildung’ der Vandalen auf römischem Boden, also  das regnum Vandalorum im Kontext der Geschichte des spätrömischen Reiches, des afrikanischen Provinzialgebietes und der Völkerwanderungszeit.

 S. auch: Victor von Vita: Kirchenkampf und Verfolgung unter den Vandalen in Africa; herausgegeben, eingeleitet, kommentiert und übersetzt von Konrad Vössing (Texte zur Forschung), Darmstadt 2011.

A Survey of His Reception from 430 to 2000, vol. I - IV
 
Editor-in-chief: Karla Pollmann, St Andrews
(http://www.st-andrews.ac.uk/classics/after-augustine/),

vol. I:   430-800 AD,

editor: Willemien Otten, co-editors: Konrad Vössing et al.

 

- S. auch K. Vössing: Hippo Regius, die Vandalen und das Schicksal des toten Augustinus: Datierungen und Hypothesen; in: Hermes 140, 2012.

Akten des internationalen altertumswissenschaftlichen Kolloquiums im Rahmen des DressID-Projektes der Europäischen Union (http://www.dressid.eu/), Bonn, 30/31.10. 2009;

Hg. Sabine Schrenk und Konrad Vössing (erschienen 2012).

Theodosius Schoepffers Gerontologia seu Tractatus de jure senum (1705) – Der vergessene erste Traktat zur ‘Gerontologie’ im Spannungsfeld der Altersbilder von der Antike über die frühe Neuzeit bis zur Gegenwart.

Prof. Dr. Winfried Schmitz leitete das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Marc Laureys / Mittel- und Neulatein und Prof. Dr. Mathias Schmoeckel / Deutsche Rechtsgeschichte.

„Theodosius Schoepffers Gerontologia seu Tractatus de jure senum (1705) – Der vergessene erste Traktat zur ‘Gerontologie’ im Spannungsfeld der Altersbilder von der Antike über die frühe Neuzeit bis zur Gegenwart“ (Edition, Übersetzung und Kommentar). Projekt im Rahmen des NRW-Förderprogramms „Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven“. Abschlusspublikation: Theodosius Schoepffers Gerontologia seu Tractatus de jure senum: Kulturwissenschaftliche Studien zu einem vergessenen Traktat über das Recht alter Menschen, hg. von Arnold Becker / Marc Laureys / Karl August Neuhausen / Georg Rudinger (Super alta perennis. Studien zur Wirkung der Klassischen Antike, Bd. 5), Göttingen 2010.

Qualifikationsschriften

Laufend:

  • Gilhaus, Lennart: Massaker - Untersuchungen zu den Grenzen der Gewalt in archaischer und klassischer Zeit
  • Shahin, Tino: Mechanismen spätantiker Identitätskonstitution im Reich der Sāsāniden (in Planung)

Abgeschlossen:

  • Lapyrionok, Roman: Die Ackergesetzgebung in der römischen Republik der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts v.Chr.
  • Rathmann, Michael: Weltgeschichte und Provinz. Untersuchungen zur Βιβλιοϑήκη des Diodor aus Sizilien
  • Timmer, Jan: Überlegungen zur Funktion von Vertrauen im politischen System der römischen Republik

Laufend:

  • Nils Fischer: Ägäische Inselwelten. Untersuchungen zu den inselübergreifenden Interaktionen und zur Konnektivität lokaler Eliten im Ägäisraum im vierten und dritten Jahrhundert v.Chr. 
  • Michael Herchenbach: summum munus homini datum… – natur- und kulturhistorische Darstellungen von Bäumen im römischen Italien
  • Stephanie Kirsch: Gewalt als Teil des Sozialisationsprozesses in antiken Gesellschaften - Athen und Rom im Vergleich
  • Yvonne Krumholz: Konstruktionen von Männlichkeit bei Xenophon (Arbeitstitel)
  • Markus Leiber: Konfliktlösung im klassischen Athen (403/02 bis 322 v.Chr.)
  • Sven Martini: Der Principat des Tiberius im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit der Germanicus-Familie
  • Anja Pfeiffer: Familienhistorische Untersuchungen der Reden des Isaios
  • Tanja Seegler: Die Entwicklung der griechischen Asylie unter Berücksichtigung sakraler Stätten
  • Jennifer Stracke: Beleidigung und Ehrenschutz in der griechischen Gesellschaft des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.
  • Ulf-Henning Willée: Haus und Familie im Hellenismus
  • Sebastian Wirz: Geschichte der „Parrhesia" im fünften und vierten Jahrhundert vor Christus: Ihr Wesen, ihre Bedeutungen

Abgeschlossen:

  • Christian Weigel: Hauswirtschaft und Familie im antiken Roman
  • David Hamacher: deus praesens (?) – Untersuchungen zur Sakralität des lebenden princeps im Rahmen kaiserlicher Herrschaftslegitimation
  • Janico Albrecht: Superstitiones und religiones. Die Konstruktion religiöser Devianz und Norm im Römischen Reich (2. Jh. v.Chr. – 2. Jh. n.Chr.)
  • Franziska Reich: L'objet comme mode de communication et média dans la littérature épistolaire de l'Antiquité tardive et au haut Moyen-Âge (Arbeitstitel)
  • Shahin, Tino: Fragmente eines Lebenswerks. Untersuchungen zur Universalgeschichte des Nikolaos von Damaskus.
  • Künzer, Isabelle: Kulturen der Konkurrenz. Untersuchungen zur Konstruktion von Konkurrenz in senatorischen Kreisen an der Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert n. Chr. (Antiquitas I 68), Bonn 2016.
  • Gilhaus, Lennart: Statue und Status. Statuen als Repräsentationsmedien der städtischen Eliten im kaiserzeitlichen Nordafrika (Antiquitas I Bd. 66), Bonn 2015.
  • Düren, Alexander: Die Rezeption des Demosthenes von den Anfängen bis ins 17. Jh. (Antiquitas I Bd. 63), Bonn 2014.
  • Klemmer, Thomas: Vom Siegerkranz zur Goldmedaille. Das Phänomen „Olympia“ und seine neuzeitliche Rezeption – Eine kulturhistorische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Spiele von 1936, Bonn 2012.
  • Hoffmann-Salz, Julia: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der römischen Eroberung. Vergleichende Untersuchungen in den Provinzen Hispania Tarraconensis, Africa Proconsularis und Syria (Historia Einzelschriften Bd. 219), Stuttgart 2011.
  • Jaschke, Katrin: Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des antiken Puteoli (Pharos Bd. 26), Rahden (Westf.) 2010.
  • Bartels, Jens: Städtische Eliten im römischen Makedonien (Beiträge zur Altertumskunde 242), Berlin 2008.
  • Fündling, Jörg: Kommentar zur Vita Hadriani der Historia Augusta, 2 Bde. (Antiquitas. Reihe 4: Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung. Serie 3: Kommentare; Bd. 4.1, 4.2), Bonn 2006
  • Rathmann, Michael: Untersuchungen zu den Reichsstraßen in den westlichen Provinzen des Imperium Romanum (Beihefte der Bonner Jahrbücher Bd. 55), Mainz 2003"

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Verein von Freunden und Förderern der Alten Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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Nachwuchsforum der Alten Geschichte in Bonn.

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Überblick über die Geschichte der Alten Geschichte in Bonn von 1818 bis heute.

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