Flugschriften aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges
Kriege werden nie allein mit Waffen, sondern auch mit Worten geführt. In der Frühen Neuzeit spielten Flugschriften eine zentrale Rolle, wenn es darum ging, Konflikte zu erklären, zu bewerten und zu legitimieren. Als schnell verbreitbares und günstiges Medium informierten sie über den Kriegsverlauf, verbreiteten Neuigkeiten und Gerüchte, nahmen Stellung, griffen Gegner an und versuchten, die öffentliche Wahrnehmung gezielt zu beeinflussen. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts des Research Center Sanssouci und der Fachhochschule Potsdam wurde nun eine umfangreiche Sammlung überwiegend deutschsprachiger Flugschriften aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) unterschiedlichen Charakters aufbereitet und online zugänglich gemacht. Ziel der Datenbank ist es, Einblicke in die politischen Kommunikationsstrategien des 18. Jahrhunderts zu bieten.
Die Sammlung bietet Zugang zu 208 Drucken, deren Umfang von einseitigen Flugblättern bis zu Texten von 150 Seiten reicht. Eine interaktive Oberfläche ermöglicht die visuelle Erkundung der Flugschriften sowie ihrer Themen, Akteure und Zusammenhänge. Entlang einer Zeitleiste sind die Drucke nach ihrem Erscheinungsdatum geordnet und mit historischen Informationen zu den einzelnen Kriegsjahren verknüpft. Eine Stichwortliste verzeichnet die häufigsten Themen der Sammlung, durch deren Auswahl die Quellen gezielt thematisch eingegrenzt werden können. Die Datenbank umfasst ein breites Spektrum an Textsorten und behandelt inhaltlich sowohl Kriegsalltag, Schlachten und Diplomatie als auch Handel, Religion und Recht sowie Fragen von Patriotismus, Ruhm und öffentlicher Meinung. Mithilfe einer geografischen Erschließung nach Ländern wird darüber hinaus sichtbar, wo, auf welche Weise und mit welchen Argumenten über den Krieg diskutiert wurde. Jede Flugschrift enthält Angaben zu Erscheinungsort, Verlag und Jahr sowie eine kurze Inhaltsangabe.
Autor: F. Kurth