Cynisca. Documenting Women and Girls in Ancient Greek Sports
Frauen im antiken Sport? Wenn wir an Sport im antiken Griechenland denken, kommen uns vermutlich zunächst die Olympischen Spiele, männliche Athleten und muskulöse Statuen in den Sinn. Doch auch Frauen und Mädchen spielten im antiken Sport eine Rolle, ob als Athletinnen, Pferde- und Wagenbesitzerinnen, Siegerinnen und sogar als Organisatorinnen. Cynisca von Sparta war dabei die erste Frau, die bei den Olympischen Spielen bereits im 4. Jhd. v. Chr. einen Sieg errang. Das von der Universität Mannheim entwickelte Projekt Cynisca: Documenting Women and Girls in Ancient Greek Sports nimmt sich diesem in den traditionellen Erzählungen über die griechische Antike in den Hintergrund geratenen Forschungsfeld an.
Die Datenbank erschließt griechische und lateinische literarische Textstellen, Inschriften, Siegeslisten und weitere historische Quellen mit englischen Übersetzungen sowie kurzen Erläuterungen zur Datierung und Überlieferung. Der Korpus reicht von der archaischen Zeit bis in die Spätantike und dokumentiert Frauen und Mädchen unter anderem als Sportlerinnen, Wettkampfsiegerinnen, Stifterinnen und Organisatorinnen. Erfasst werden außerdem antike Diskussionen darüber, ob und in welcher Form Frauen körperliche Aktivitäten ausübten sollten.
Thematisch lässt sich die Quellensammlung mithilfe verschiedener Kategorien etwa nach Wettkämpfen, Siegerinnen, Organisation, Medizin, Mythologie oder Diskurse über weiblichen Sport gezielt durchsuchen. Darüber hinaus ermöglicht eine Volltext- und Schlagwortsuche, direkt nach Begriffen innerhalb der erfassten Quellen und Übersetzungen zu recherchieren. Eine weiterführende Bibliographie zu Frauen und Sportarten in der antiken griechischen Welt erleichtert den Einstieg in die Forschungsliteratur. Damit macht Cynisca nicht nur einzelne Frauen sichtbar, sondern eröffnet einen übergreifenden Zugang zu den gesellschaftlichen Vorstellungen, Praktiken und Debatten rund um den weiblichen Körper und sportliche Betätigung in der griechischen Antike.
Autor: F. Kurth