Controversia et Confessio 

„Rotzlöffel“, „Ekelheilige“, „Distelkopff“, „Perserfürst“ und „Eisenfresser“ – das ist nur eine geringe Auswahl dessen, was sich reformatorische Theologen zwischen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegenseitig an den Kopf warfen. Die Edition „Controversia et Confessio“ (C&C) beschäftigt sich mit den protestantischen theologischen Debatten seit dem Augsburger Interim 1548 bis zur Konkordienformel 1577/80, wobei die edierten Schriften in „Streitkreise“ gegliedert wurden. Hierbei bietet die Edition jeweils umfassende historische Einleitungen, eine Kurzbiographie des Autors, sowie auch eine Inhaltsbeschreibung der entsprechenden Schrift. Insgesamt fasst die Edition 12 Bände, von denen die ersten 9 Editionen beinhalten. Von diesen 9 wiederum, sind Band 1, 2 und 8 online vollständig einsehbar, Band 2-5 nur als „work in progress“. Darüber hinaus findet man auf der Webseite der C&C auch Register von Personen, Orten und Quellen mit entsprechenden Querverweisen.  Allseits beliebt ist zudem die Kategorie „Schimpfwörter des Monats“, bei der die kreativen Schimpfwörter, nicht nur genannt, sondern auch in ihren Kontext gesetzt, sowie erklärt werden. Oftmals haben absurd wirkende Schimpfwörter wie „Kamelverschlinger“ doch einen tieferen, hier theologischen, Hintergrund, doch dazu mehr auf der Seite der C&C. Insgesamt überzeugt die Webseite mit ihrem modernen Design, das auch all jenen einen guten Überblick bietet, die einen niederschwelligen Einstieg in Quellen des Konfessionellen Zeitalters suchen.

Autor: M. Krey

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