Vincent van Gogh – The Letters
Vincent van Gogh gilt als einer der einflussreichsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Seine Werke wie die Sternennacht, die Sonnenblumen-Serie oder Caféterrasse am Abend erfreuen sich weltweiter Beliebtheit. Doch wer war der Mann hinter diesen Bildern, der Künstler, welcher sich selbst das Ohr verstümmelte? Einen tiefgreifenden Einblick dazu bietet die 2009 nach fünfzehnjähriger Arbeit fertiggestellte digitale Edition „Van Gogh Letters“ des Van Gogh Museums und des Huygens Instituts. Hier wird der Schöpfer leuchtender Landschaften und ikonischer Motive als nachdenklicher, reflektierender und zugleich zweifelnder Mensch greifbar, welcher sein Dasein als fortwährender Kampf mit sich selbst, seiner Kunst und äußeren Umständen verstand.
Die Datenbank umfasst insgesamt 903 Schreiben, davon 820 von Vincent van Gogh selbst verfasst und 83 an ihn gerichtete Antwortschreiben. Die meisten Briefe richten sich an seinen Bruder Theo, doch auch andere Familienmitglieder sowie befreundete Künstler*innen zählen zu den Empfänger*innen. Zudem enthalten über 240 Briefe Skizzen, mal rasch mit dem Stift skizziert, mal detailliert koloriert ausgeführt, die zeigen, woran Van Gogh gerade arbeitete bzw. was ihn bewegte.
Jeder Brief ist als vollständiges Faksimile abrufbar und wird begleitet von einer Transkription in der Originalsprache (Niederländisch oder Französisch), einer neuen englischen Übersetzung sowie einem ausführlichen Kommentar. Mithilfe verschiedener Suchfunktionen lassen sich die Briefe nach Lebensabschnitt, Korrespondenzpartner*innen, Ort oder Skizzen filtern. Zusätzlich bieten Essays vertiefende Einblicke in Van Goghs Schreibstil, seine Beziehungen, biografische Hintergründe und die Publikationsgeschichte seiner Korrespondenz.
Autor: F. Kurth