Itineraria

Bücher lassen die Leser*innen in fremde Welten eintauchen. Ein literarischer Genre, dessen inhaltlicher Schwerpunkt buchstäblich auf das Reisen lag und für das Lesepublikum der Frühen Neuzeit dadurch eine unschätzbare Pforte zu fremden und exotischen Regionen darstellte, ist das der Reiseberichte bzw. -beschreibungen.

Über 1400 solcher Werke, die zwischen dem 16. und dem frühen 20. Jahrhundert verfasst wurden und sämtliche Erdteile erfassen, sind auf der Datenbank „Itineraria“ des Göttinger Digitalisierungszentrum zugänglich. Anhand der erweiterten Suchfunktion können Nutzer*innen innerhalb der Sammlung Autoren, Titel, Verlage oder Erscheinungsjahre und -orte recherchieren, aber auch über Verlinkungen auf Quellen anderer Sammlungen des GDZ wie der «Americana» oder des «VD18 digital» zurückgreifen. Für eine erleichterte Orientierung innerhalb eines ausgewählten Berichts stellt die GDZ diverse Tools zur Verfügung.

Die digitale Sammlung gewährt somit einen Einblick in die Rahmenbedingungen der Reisen sowie in die Rezeption des Unbekannten durch die Reisenden. Oftmals fanden Reisen aus beruflichen Gründen oder im Auftrage einer hochrangigen Person statt: So beurkundet Johann Georg Gmelin in seinem Bericht «Reise durch Sibirien, von dem Jahr 1733. bis 1743», diese Reise «auf allerhöchsten Befehl der […] Kayserin von Rußland Anna Joannovna unternommen» zu haben. Dass Heinrich Brawer sich verpflichtet fühlte, seinen Lesern den Bericht seiner 25. Fahrt nach Chile bereit zu stellen – und Skizzen seltsamer Wesen, wie das Bild eines „Cameel-Schaff aus Chili“ auf der Titelseite veranschaulicht, drucken ließ – zeugt von der Begierde, mit der diese Berichte über die Ferne und Fremde rezipiert wurden.

Autor*in: S. David

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