Das Wandbild aus Herculaneum zeigt ein römisches Brot, den Panis quadratus, und Feigen. Die Kombination aus Brot, das oftmals Kräuter und Honig enthielt, und Früchten war dabei alles andere als unüblich. Neben dem Panis quadratus gibt es einige weitere Formen, wie den Panis artopticius oder die Arculata.
Der Wert vieler archäologischer Funde alltäglicher Natur mag sich nicht sofort offenbaren, da für die Erschließung mitunter reichlich Fachwissen und die Bereitschaft, sich mit dem auf den ersten Blick Uninteressanten auseinander zu setzen, einhergehen. Doch gerade diese grundlegenden Funde, aus denen wir beispielsweise frühere Ernährungsgewohnheiten ablesen können, bieten ein ungemeines Potenzial und können ihre ganz eigene Anziehungskraft entfalten. Dabei beschränken sich die Überreste meistens auf Materialien, die von sich aus die Zeit überdauern, wie Mühlsteine oder bemalte Wände. Darüber hinaus gibt es aber immer wieder auch Zufälle, die ein Überdauern von ansonsten flüchtigerem Material ermöglichen. Den meisten sind mittlerweile Herculaneum und selbstverständlich Pompeii und ihre Bedeutung geläufig. Dort haben sich, neben menschlichen Überresten auch Nahrungsmittel wie Exemplare des Panis quadratus, wenn auch carbonisiert, erhalten. Diese bieten den Vorteil, dass man sich ihnen durch schriftliche und ebendiese archäologischen Zeugnisse wie kaum etwas anderem auch heute noch verhältnismäßig niederschwellig nähern kann. Aus den Feldern der experimentellen Archäologie und Populärwissenschaft heraus wurden bereits Rezepte erstellt, bei denen es sich natürlich ebenfalls nur um Rekonstruktionen handelt, die aber trotz notwendiger Abweichungen bei den Zutaten und der Herstellung eine besondere Nähe zu diesen Funden herstellen können und anhand derer man den Blick auf konkrete Facetten des menschlichen Lebens in der Geschichte sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Ernährung lenken kann. So lassen sich bereits zu Beginn des Curriculums der Erkenntnisgewinn aus Quellen sowie das Vorgehen bei der Rekonstruktion thematisieren, ein erweiterter Fokus gewinnen, der sich nicht auf große Menschen und Taten beschränkt, und geschichtliche Funde im Klassenzimmer oder zuhause greifbar machen.
Zur Quelle: Hier
Bilder der Funde selbst: Hier
Rezepte (auf Englisch) finden sich u.a. unter:
https://www.britishmuseum.org/blog/making-2000-year-old-roman-bread
https://www.bbc.com/travel/article/20230406-arculata-the-bread-that-survived-pompeii
https://www.bbc.com/travel/article/20230629-adoreum-the-newly-discovered-flatbread-fresco-of-pompeii
Auch zu vielen anderen römischen Gerichten und auf Deutsch gibt es reichlich Angebote.
Literatur:
Cardenas, Marc et al.: Disentangling the production of the panis quadratus from Pompeii: A new interdisciplinary perspective, IJGFS 32 (2023), Artikel 100729, https://doi.org/10.1016/j.ijgfs.2023.100729. Zuletzt aufgerufen am 24.02.2026.