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Dr. Linda Dohmen

Dr. Linda Dohmen

Was kostet ein Thron? Wahlen und Wahlversprechen im römisch-deuschen Reich (12.-14. Jh.) (Übung, Nr. 504002345)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Bibliotheksraum Mittellater, Konviktstraße 11

Beginn: 29.10.2020

 

Das mittelalterliche römisch-deutsche Reich war – der Herkunft seiner Könige und Kaiser aus einer Handvoll großer Dynastien und der Bedeutung der Blutsverwandtschaft bei der Bestimmung der Herrschaftsnachfolge zum Trotz – eine Wahlmonarchie. Besonders klar zu Tage tritt dieses Phänomen etwa bei der Wahl Lothars von Süpplingenburg 1125 und dann vor allem wieder nach dem Tod des letzten Stauferkönigs Konrads IV. 1254. Den – potentiellen – Wählern wurden dabei von den Kandidaten bzw. ihren Anhängern zum Teil weitreichende Versprechungen gemacht, um ihre Unterstützung oder gar konkret ihre Stimme bei der Wahl zu gewinnen. Zugleich begann sich gerade in dieser Zeit der Kreis der Wähler zu verengen, ein Prozess, der mitunter als „Fundamentalrätsel der deutschen Geschichte“ (H. Stehkämper) bezeichnet worden ist und an dessen Ende die schriftliche Fixierung des Kurfürstenkollegs in der Goldenen Bulle von 1356 stand.

In der Veranstaltung soll durch gemeinsame Diskussion, Quellen- und Forschungslektüre die Kenntnis der mediävistischen Arbeitsweise vertieft werden.

Zu den zu erbringenden Studienleistungen zählen aktive Teilnahme, schriftliche und mündliche Hausaufgaben und ggf. Kurzreferate.

 

Literatur:

Thomas Ertl, Alte Thesen und neue Theorien zur Entstehung des Kurfürstenkollegiums, Zeitschrift für Historische Forschung 30 (2003), S. 619–640; Joachim Schneider, Ressourcen, Konflikte und Regeln bei Kurfürstenkolleg und Königswahl. Zur Bedeutung materieller Ressourcen im römisch-deutschen Reich des Spätmittelalters, in: Saeculum 64 (2014), S. 167–193; Hugo Stehkämper, Geld bei deutschen Königswahlen des 13. Jahrhunderts, in: Wirtschaftskräfte und Wirtschaftswege. Festschrift für Hermann Kellenbenz, hg. v. Jürgen Schneider, Bd. 1 (Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte 4), Stuttgart 1978, S. 83–136.
 

Königin Hemma (gest. 876) (Proseminar, Nr. 504002324)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum III (Kleiner Übungsraum), Konviktstraße 11

Beginn: 28. Oktober

 

Hemma, eine Tochter des Grafen Welf, und Ludwig, der jüngste Sohn Kaiser Ludwigs des Frommen, den spätere Historiker ‚den Deutschen‘ nennen sollten, waren fast 50 Jahre lang verheiratet, bis sie beide im Jahr 876 innerhalb weniger Monate verstarben. Hemma kann als typisches Beispiel einer karolingischen Königin dienen.

Anhand ausgewählter Quellenzeugnisse zu ihrer Person sollen daher grundlegende Parameter mittelalterlicher Königsherrschaft und konkret der Teilhabe von Frauen diskutiert werden. Insbesondere dient das Proseminar der Einführung in die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Eingeübt werden u.a. der Umgang mit verschiedenen Quellen(arten), Hilfsmitteln und Forschungsliteratur. Auf Methodik und Arbeitsweisen der mediävistischen Forschung und der Historischen Grundwissenschaften wird dabei ein besonderes Augenmerk gelegt.

Zu den zu erbringenden Studienleistungen zählen aktive Teilnahme, schriftliche Vor- und Nachbereitung der Sitzungen sowie das Bestehen der Abschlussklausur.

 

Literatur:

Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Auflage Stuttgart 2006; Martina Hartmann, Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009.

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