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Dr. Simon Groth

Dr. Simon Groth

Ereignis und Deutung. Die Kaiserkrönung Ottos des Großen am 02. Februar 962 (Proseminar, Nr. 504002508)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum III, Institut für Geschichtswissenschaft, Konviktstraße 11

Beginn: 13.10.2021

 

Otto der Große wurde am 02. Februar 962 von Papst Johannes XII. zum Kaiser erhoben. Dmit endetet eine 38 Jahre dauernde Vakanz des westlichen Kaisertums. in der Forschung wurde dieses Ereignis als Auftakt einer neuen Phase des Kaisertums interpretiert, indem dieses daran anschließend nur noch an Könige des sogenanntern ,ostfränkisch-deutschen Reiches' vermittels des Papstes vergeben wurde. Dieser Automatismus der ,Prädesitination' ersetzte die seit der Mitte des 9. Jarhhunderts festzustellende päpstliche Einflussnahme auf die Kanditdatenauswahl, nachdem das Kaisertum im Anschluss an die Erhöhung Karls des Großen zunächst eine auschließliche Prärogative der karolingischen Familie gewesen war. Dementsprechend war das Ereignis in ein ganzes Bündel von verfassungsgeschichtlichen Strukturen eingebunden - zu nennen ist etwa die Rolle des Papstes oder die Frage nach dem damit verbundenen Anspruch auf die Herrschaft im italischen Königreich, aber auch das Selbstverständnis des neuen Kaisers.

Bereits die Schilderungen des Ereignisses innerhalb der ottonischen Historiographie beinhalten gewichtige Unterschiede und spiegeln damit das für die Zeitgenossen existente Problem der Deutung. Auch innerhalb der Froschung, die notwendigerweise auf diese Überlieferung angewiesen ist, barg (und birgt) die Kaisererheubung Raum für vielfältige (und gegensätzliche) Positionen.  

Das Proseminar, das gleichsam in die grundlegenden Arbeitstechniken und Quellengattungen der Disziplin einführt, versucht dementsprechend auf der Grundlage der Kaiserkrönung Ottos des Großen sich dem Tehemenfeld des frühmittelalterlichen Kaisertums anzunähern und dabei in gleicher Weise die mittelalterliche Überlieferung wie die moderne Forschungsparadigmen zu berücksichtigen.

Zu den zu erbringenden Studienleistungen zählen aktive Teilnahme, schriftliche Vor- und Nachbereitung der Sitzungen sowie das Bestehen der Abschlussklausur.

 

Literatur: Matthias Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012. Heike J. Mierau, Kaiser und Papst im Mittelalter. Köln u.a. 2010. Hartmut Leppin/Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.), Kaisertum im ersten Jahrtausend. Wissenschaftlicher Begleitband zur Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter", Regensburg 2012. Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte. Mittelalter (UTB Geschichte 1719), 4. Aufl., Stuttgart 2014.

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