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Dr. Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

,,Kreuzzug als charismatische Bewegung''? Päpste, Prediger und Gewaltanwe4ndung am Beispiel des ersten Kreuzuges. (Übung, Nr. 504002553)

Termin: mittwochs, 12 bis 14 Uhr

Ort: Raum III, Konviktstraße 11

Beginn: 13.10.2021

 

Trotz der Vielzahl an Studien über den ersten Kreuzzug, stellt die Komplexität dieses historischen Phänomens nach wie vor eine Herausforderung für Historikerinnen und Historiker dar. Die jeweilige Betrachtung der verschiedenen Akteure und deren Beweggründe, der politischen Vernetzungen und sozialen Strukturen, sowie – vor allem – der traditionellen Vorstellungen des gottgewollten Krieges und der neuen Ordnungskonfigurationen bieten hier unterschiedliche Perspektiven auf die rasche Entstehung dieser militärischen Massenpilgerfahrt ins Heilige Land in einem Zeitalter von „kollektiven Bewegungen“.

Dieser Kurs konzentriert sich auf eine besondere Konstellation, deren konstitutive Elemente die Forschung in der letzten Zeit erneut untersucht hat: der Konnex zwischen Päpsten, Predigern, Charisma und Gewaltanwendung in der Entstehung des ersten Kreuzzuges.

In der Übung werden vor allem Quellen gelesen und kommentiert (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) sowie die Forschungsliteratur vorgestellt und diskutiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein kurzes Referat über Figuren und Phasen der Entstehung des ersten Kreuzzuges zu halten. Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master durch eine Klausur oder das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung erbracht.

Im Fall der digitalen Durchführung des Kurses werden die Lernmedien des Kurses (Lernmodule bzw. Blog) und die entsprechenden Leistungen (Übungen und Blogbeiträge) auf eCampus teilweise angepasst.

 

Literatur: Alfons Becker, Papst Urban II. (1008 – 1099). Teil 2: Der Papst, die griechische Christenheit und der Kreuzzug (MGH – Schriften, 19/2), Stuttgart 1988. Jean Flori, Pierre l’Ermite et la première croisade, Paris 1999. John France, Victory in the East: A Military History of the First Crusade, Cambridge 1994. Boris Gübele, Deus vult, Deus vult: Der christliche heilige Krieg im Früh- und Hochmittelalter (Mittelalter-Forschungen, 54), Ostfildern 2018. Ernst-Dieter Hehl, Was ist eigentlich ein Kreuzzug? in: Historische Zeitschrift 259 (1994), S. 297–336. Nikolas Jaspert, Die Kreuzzüge (Geschichte Kompakt), 7. Aufl., Darmstadt 2020. Jonathan Riley-Smith, The First Crusaders. 1095–1131, Cambridge 1997. Tim Weitzel, Kreuzzug als charismatische Bewegung. Päpste, Priester und Propheten (1095-1149) (Mittelalter-Forschungen, 62), Ostfildern 2019.

 

,Tra Inferno e Paradiso'. Dante und die ,,politischen Emotionen'' in den itlialienischen Städten seiner Zeit (Übung, Nr. 504002554)

Termin: donnerstags, 14 bis 16 Uhr

Ort: Bibliotheksraum Mittelalter, Konviktstraße 11

Beginn: 14.10.2021

 

Dantes literarische und philosophische Werke vermitteln uns unter anderem, wie Emotionen und die sich daraus entwickelnden Gefühle und Habitus – d. h. die Vorstellung von Tugend und Laster – die damalige Politik prägten. In seiner Wahrnehmung verursachten Zorn, Angst, Schrecken, Begierde, Neid, Bosheit, Hochmut, Sinneslust, Habgier, Kleinmütigkeit usw. nicht nur die Spaltung der politischen Gemeinschaft innerhalb der Stadt, sondern trugen zur Legitimitätskrise der übergeordneten Instanzen, also dem Papst- bzw. Kaisertum, bei.

Die ethisch-politische Haltung Dantes, der immanent und transzendent nach Gerechtigkeit und Frieden strebte, beruhte jedoch nicht nur auf ehrlicher Empörung, sondern auch auf positiven Emotionen, Gefühlen und Tugenden, wie Staunen, Freude, Mitleid, Vertrauen/Glauben, Hoffnung und Liebe.

Nach einer Einführung zu Dantes Laufbahn werden ausgewählte Texte aus seinen Werken kommentiert und vor dem Hintergrund der politischen Lage der damaligen italienischen Städte kontextualisiert. Es wird auch auf die Ausdrucksformen der Emotionen in der Malerei seines Zeitalters geachtet.

In der Übung werden vor allem Auszüge aus den Werken von Dante gelesen und auf ihren historischen Kontext hin untersucht (lateinische und italienische Texte und deutsche/englische Übersetzungen). Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein kurzes Referat über den politischen Kontext zu halten, in dem die Werke Dantes entstanden sind. Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master durch eine Klausur oder das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung erbracht.

Im Fall der digitalen Durchführung des Kurses werden die Lernmedien des Kurses (Lernmodule bzw. Blog) und die entsprechenden Leistungen (Übungen und Blogbeiträge) auf eCampus teilweise angepasst.

Literatur: Élisabeth Crouzet-Pavan, Enfers et paradis. L’Italie de Dante et de Giotto, Paris 2001. Giovanni Gorni, Dante.  Storia di un visionario, Rom-Bari 2009. Franziska Meier, Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung, München 2018. Laura Pasquini, «Pigliare occhi, per aver la mente». Dante, la Commedia e le arti figurative, Roma 2020 (Saggi, 84). Paolo Pellegrini, Dante Alighieri. Una vita, Turin 2021 (PBE, 747). Ulrich Prill, Dante (Sammlung Metzler, 318), Stuttgart/Weimar 1999. Karlheinz Stierle, Dante Alighieri: Dichter im Exil, Dichter der Welt, München 2014. Donatella Stocchi-Perrucchio, ‘Dante Politico: Toward a Mapping of Dante’s Political Thought’, in: Mediaevalia 38 (2017), S. 13–36. John Took, Why Dante Matters. An Intelligent Person’s Guide, London u.a. 2020.

 

Inklusionsorientierte Fragestellungen im Fach Geschichte (Plenum, Nr. 504002504)

Termin: freitags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Hörsaal I, Hauptgebäude

Beginn: 14.10.2021

 

Die Veranstaltung behandelt und problematisiert das inklusive Potenzial des Lernens und Lehrens von Geschichte, um ein neues Professionalitätsverständnis der Lehrkräfte einzuleiten (Punkt 14 der Bonner Erklärung zur inklusiven Bildung). Im ersten Teil des Kurses werden die Prinzipien und Ziele der schulischen Inklusion kurz erläutert und historisch kontextualisiert sowie die aktuelle Debatte in Deutschland vorgestellt. Außerdem wird auf einige allgemeine, im Geschichtsunterricht einsetzbare didaktische Strategien bzw. Methoden hingewiesen. Ferner werden spezifischere Positionen aus der inklusiven Geschichtsdidaktik präsentiert und das Potenzial einiger Grundlagen der Disziplin für die Konzipierung bzw. Anpassung konkreter, auf Inklusion zielender didaktischer Tätigkeiten dargestellt (Subjektivität, Narrativität, Grundkompetenzen zur Orientierung in der Geschichte, Gegenwartsbezug, historische Prägung der Umgebung). Diese Themen werden durch Impulsvorträge eingeführt und von den Studierenden in einem Lernportfolio bearbeitet. Der fachliche Schwerpunkt der Kursinhalte liegt in der Vormoderne mit besonderer Berücksichtigung von Geschichtsproblemen und Ansätzen, die historische Prozesse der Inklusion und der Exklusion thematisieren. Auf Basis dieser Impulse werden von den Studierenden für den zweiten Teil des Kurses didaktische Projekte in Paar- und Gruppenarbeit vorbereitet, auf eCampus hochgeladen, durch Peer-Feedbacks individuell kommentiert und dann (eventuell auch in Form von Micro-Teaching) in einem Referat (max. 20 Min.) vorgestellt.

Die Studienleistung besteht aus der Bearbeitung und Vorstellung der Projekte und aus einer Klausur, in der die Studierenden mit Hilfe der Lernportfolios die behandelten Themen reflektieren und die eigenen Projekte darstellen und begründen.

Im Fall der digitalen Durchführung des Kurses werden die Lernmedien des Kurses und die entsprechenden Leistungen (Problemaufgaben) auf eCampus teilweise angepasst.

Literatur: Heinrich Ammerer, Historische Orientierung im Geschichtsunterricht (Kleine Reihe Geschichte), Frankfurt am Main 2019. Bettina Alavi/Eva-Kristina Franz, Inklusions-Material Geschichte. Klasse 5–10, Berlin 2017. Sebastian Barsch/Bettina Degner/Christoph Kühberger/Martin Lücke (Hrsg.), Handbuch Diversität im Geschichtsunterricht. Inklusive Geschichtsdidaktik, Frankfurt am Main 2020. Sandra Müller, Inklusion in der Geschichtsdidaktik. Ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften 1 (2017), S. 159–182. Sebastian Barsch, Inklusiven Geschichtsunterricht planen (Kleine Reihe Geschichte), Frankfurt am Main 2020. Thomas Sandkühler u. a. (Hrsg.), Geschichtsunterricht im 21. Jahrhundert: Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung (Beihefte zur Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, 17), Göttingen 2018, S. 177–262.

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