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PD Dr. Julia Burkhardt

PD Dr. Julia Burkhardt

Krise oder Aufbruch? Europa im 15. Jahrhundert (Vorlesung, Nr. 504002179)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Hauptgebäude, Hörsaal XVII

Dauer: 17.10. bis 30.01.2020

 

Ob Türkengefahr, die Krise monarchischer Ordnungen, Hungersnöte, Reformbewegungen, der Glanz von Humanismus und Buchdruck oder Reisen in neue Welten: Die Dynamik der europäischen Geschichte im 15. Jahrhundert hat in der Forschung zu kontroversen Beurteilungen geführt. Endete mit diesem „krisenhaften“ Jahrhundert das Mittelalter? Oder war es der „Aufbruch“ in eine neue, moderne Welt? Die Vorlesung gibt einen Überblick über Grundzüge der spätmittelalterlichen Geschichte Europas und diskutiert deren Beurteilung durch Zeitgenossen und Geschichtswissenschaft.

 

Literatur:

Europa im 15. Jahrhundert. Herbst des Mittelalters – Frühling der Neuzeit?, hg. von Klaus Herbers u. Florian Schuller, Regensburg 2012; Europas Aufstieg: Eine Spurensuche im späten Mittelalter, hg. von Thomas Ertl, Wien 2013; Bernd Schneidmüller, Grenzerfahrung und monarchische Ordnung: Europa 1200–1500 (Beck'sche Reihe 1982), München 2011; Erich Meuthen, Das 15. Jahrhundert (Oldenbourg-Grundriss der Geschichte 9), München/Wien 1980.

 

Ein Graf wird Kaiser. Heinrich VII. und seine Zeit (Hauptseminar, Nr. 504002180)

Termin: mittwochs, 12 bis 14 Uhr

Ort: Konviktstraße 11, Raum 18

Beginn: 16.10.2019

 

Die Wahl Heinrichs VII. zum römisch-deutschen König 1308 markierte den beachtenswerten Aufstieg einer ganzen Dynastie: Binnen kurzer Zeit brachte es Heinrich nicht nur zu höchsten Königs- und sogar Kaiserwürden; mit der Verheiratung seines Sohnes Johann bahnte er seinen Nachkommen auch den Weg ins Königreich Böhmen und legte so die Grundlage für die Herrschaft der Luxemburger über weite Teile Mitteleuropas. Sein Weg erweist sich freilich erst aus der Retrospektive als Erfolgsgeschichte: Heinrichs Aufstieg gelang nur in einem zähen, konfliktreichen Ringen mit den Fürsten im Reich, den Städten Norditaliens, den Königen von Frankreich und Neapel und dem Papst. Das Hauptseminar untersucht am Beispiel Heinrichs VII. Aushandlungsprozesse und Konflikte im römisch-deutschen Reich sowie Vorstellungen monarchischer Herrschaft in Europa um 1300.

 

Zu erbringende Studienleistungen: Als Studienleistung wird neben der aktiven Teilnahme am Kurs die Übernahme eines Referats mit Thesen- und Quellenpapier erwartet.

 

Neben der aktiven Teilnahme am Kurs ist eine schriftliche Prüfungsleistung in Form einer ca. 20- bis 25seitigen Hausarbeit über das Thema einer Sitzung zu erbringen. Die Hausarbeit soll auch die Kenntnis der anderen Sitzungsthemen und der Diskussion während des gesamten Semesters widerspiegeln.

 

Literatur:            

Rom 1312. Die Kaiserkrönung Heinrichs VII. und die Folgen. Die Luxemburger als Herrscherdynastie von gesamteuropäischer Bedeutung, hg. v. Sabine Penth u. Peter Thorau (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters 40), Köln/Weimar/Wien 2016; Malte Heidemann, Heinrich VII. (1308–1313). Kaiseridee im Spannungsfeld von staufischer Universalherrschaft und frühneuzeitlicher Partikularautonomie (Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit 11), Warendorf 2008; Vom luxemburgischen Grafen zum europäischen Herrscher. Neue Forschungen zu Heinrich VII., hg. Ellen Widder (Publications du CLUDEM 23), Luxemburg 2008.

 

Wundergeschichten am Rhein. Caesarius von Heisterbach und sein Werk (Übung, Nr. 504002181)

Termin: donnerstags, 12 bis 14Uhr

Ort: Konviktstraße 11, Raum 18

Beginn: 17.10.2019

 

Wunder, Heilige und Dämonen – das Unerklärliche fasziniert Menschen seit jeher. Das galt auch für den Zisterzienser Caesarius von Heisterbach (ca. 1180–1240), der rund um sein Kloster Heisterbach südöstlich von Bonn Geschichten über den Lebensalltag der Menschen sammelte. Caesarius verfasste u.a. Lebensbeschreibungen des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg und der heiligen Elisabeth von Thüringen, eine Sammlung von zeitgenössischen Wundergeschichten und schließlich seinen berühmten „Dialogus miraculorum“, der Novizen in durchaus humorvoller Form Normvorstellungen des klösterlichen Lebensalltags vermitteln sollte. In der Übung sollen ausgewählte Passagen aus den Werken des Caesarius von Heisterbach gemeinsam erarbeitet, kritisch ausgewertet sowie in ihrer Wirkung diskutiert werden.

 

Zu erbringende Studienleistungen: Als Studienleistung wird neben der aktiven Teilnahme am Kurs die Übernahme eines Referats mit Thesen- und Quellenpapier erwartet.

 

Literatur:            

Swen Holger Brunsch, Das Zisterzienserkloster Heisterbach von seiner Gründung bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts (Bonner historische Forschungen 58); Siegburg 1998; The art of Cistercian persuasion in the Middle Ages and beyond: Caesarius of Heisterbach's „Dialogue on miracles” and its reception, hg. von Victoria Smirnova, Marie-Anne Polo de Beaulieu u. Jacques Berlioz (Studies in medieval and reformation traditions 196), Leiden 2015. Weitere Literatur wird in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

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