Sie sind hier: Startseite Lehre Wintersemester 2018/2019 Lehrveranstaltungen Wintersemester 2018/2019 - Eugenio Riversi

Lehrveranstaltungen Wintersemester 2018/2019 - Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

 

Inklusionsorientierte Fragestellungen im Fach Geschichte (Plenum, Nr. 504001907)

Termin: freitags, 10 bis 12 Uhr (12.10.2018 - 14.12.2018)

              freitags, 14 bis 18 Uhr (21.12.2018 - 25.01.2019)

              freitags, 10 bis 12 Uhr (Einzeltermin 01.02.2019)

Ort: Hauptgebäude, Hörsaal XV (12.10.2018 - 14.12.2018)

        Raum 116, Konviktstr. 11 (21.12.2018 - 25.01.2019)

        Hauptgebäude, Hörsaal VX (Einzeltermin 01.02.2019)

Dauer: von 12.10.2018

 

Die Veranstaltung behandelt und problematisiert das inklusive Potenzial des Lernens und Lehrens von Geschichte. Im ersten Teil des Kurses werden die Prinzipien und Ziele der schulischen Inklusion kurz erläutert und historisch kontextualisisert sowie die aktuelle Debatte in Deutschland vorgestellt. Außerdem wird auf einige allgemeine, im Geschichtsunterricht einsetzbare didaktische Strategien bzw. Methoden hingewiesen. Ferner werden spezifischere Positionen in der Geschichtsdidaktik präsentiert und die inklusiven Potenziale einiger Grundlagen der Disziplin für die Konzipierung bzw. Anpassung konkreter didaktischer Tätigkeiten dargestellt (Subjektivität, Narrativität, Grundkompetenzen zur Orientierung in der Geschichte, Gegenwartsbezug, historische Prägung der Umgebung). Diese Themen werden durch Impulsvorträge eingeführt und von den Studierenden in einem Lernportfolio bearbeitet. Der Schwerpunkt des Kurses liegt in der Vormoderne mit besonderer Berücksichtigung von Geschichtsproblemen und Ansätzen, die historische Prozesse der Inklusion und der Exklusion thematisieren. Auf der Basis dieser Impulse werden von den Studierenden für den zweiten Teil des Kurses didaktische Projekte durch Gruppenarbeit vorbereitet, in eCampus hochgeladen, durch Peer-Feedbacks individuell kommentiert und dann (eventuell auch in Form von Micro-Teaching) in einem Referat (max. 20 Min.) vorgestellt.

Die Studienleistung besteht aus der Bearbeitung und Vorstellung der Projekte und aus einer Klausur, in der die Studierenden mit Hilfe der Lernportfolios die vorgestellten Projekte reflexiv kontextualisieren und begründen.

 

Literatur:

 

Bettina Alavi/Eva-Kristina Franz, Inklusions-Material Geschichte. Klasse 5-10, Berlin 2017; Bettina Alavi/Martin Lücke (Hrsg.): Geschichtsunterricht ohne Verlierer!? Inklusion als Herausforderung für die Geschichtsdidaktik, Schwalbach/Ts. 2016; 

Sandra Müller: Inklusion in der Geschichtsdidaktik. Ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Didaktik 1 (2017), S. 159-182; Hans-Jürgen PANDEL: Geschichtsdidaktik. Eine Theorie für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2013; 

Jörn Rüsen: Historik. Theorie der Geschichtswissenschaft, Köln/Weimar/Wien 2013; Kerstin Ziemen: Inklusion und "kulturhistorisches" Denken, in: Kerstin Ziemen u.a. (Hrsg.): Inklusion - Herausforderungen, Chancen und Perspektiven, Hamburg 2011, S. 9-20.

 

Eremiten, Prediger und Ordensgründer: Religiöse Lebensformen um 1100 (Übung, Nr. 504001960)

Termin: donnerstags, 14 bis 16 Uhr

Ort: Raum 0.006, Konviktstr. 11

Dauer: von 11.10.2018

 

In den Jahrzehnten um 1100 experimentierten Kleriker, Mönche und Laien mit neuen religiösen Lebensformen. Die Vielfalt dieser Erfahrungen war nicht nur der 'Nährboden', auf dem erfolgreiche Orden des 12. Jahrhunderts gewachsen sind (Karthäuser, Zisterzienser, Prämonstratenser, usw.), sondern stellte ein komplexes soziales Spannungsfeld dar, in dem einige Grundlagen des damaligen christlichen Lebens überprüft wurden. Zönobitische oder eremitische Lebensführung, aktives oder kontemplatives Leben, Funktion und Ausübung der Predigttätigkeit, Formen der Institutionalisierung und nicht zuletzt Position und Rollen der Frauen sind zentrale Anliegen, die von charismatischen Figuren radikal hinterfragt wurden, wie Stephan von Muret, Robert von Molesme, Robert von Arbrissel oder Norbert von Xanten. In der Übung werden Quellen gelesen und kommentiert (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) sowie die einschlägigen historiographischen Probleme vorgestellt und diskutiert.

Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein Referat (max. 15 Min.) über eine dieser charismatischen Figuren oder einen Aspekt ihres Lebens zu halten. Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master nach alter PO durch das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays, nach neuer PO durch eine Klausur und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausareitung erbracht.

 

Literatur:

 

Giles Constable, The Reformation of the Twelfth Century, Cambridge 1996; Jacues Dalarun, Erotik und Enthaltsamkeit. Das Kloster des Robert von Arbrissel, Frankfurt a.M. 1987; Franz J. Felten, Zwischen Berufung und Amt: Norbert von Xanten und seinesgleichen im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts, in: Giancarlo Ardenna (hrsg.), Charisma und religiöse Gemeinschaften im Mittelalter, Münster 2005, S. 103-149. Gert Melville, Die zisterzienser und der Umbruch des Mönchtums im 11. und 12. Jahrhundert, in: Franz J. Felten/Werner Rösener (Hrsg.), Norm und Realität. Kontinuität und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter (Vita Regularis, Abhandlungen 42), Berlin 2009, S. 23-43.

 

Das 'lange 12. Jahrhundert': Phänomene und Prozesse des europäischen Hochmittelalters und ihre Deutungen (Übung, Nr. 504001940)

Termin: mittwochs, 12 bis 14 Uhr

Ort: Raum 116, Konviktstr. 11

Dauer: von 10.10.2018

 

Warum spricht man von einem langen 12. Jahrhundert? Warum dehnt sich das 12. Jahrhundert in den Deutungen einiger Historiker über seine konventionell bestimmten zehn Jahrzehnte hinaus aus? Diese periodisierende Interpretation hängt grundsätzlich von der Beobachtung ab, dass einige langdauernde Prozesse, die schon im 11. oder sogar im 10. Jahrhundert sichtbar sind, sich in historisch prägnanten Formen im Laufe des 12. Jahrhunderts manifestieren, die die Weiterentwicklung Europas entscheidend prägten. In diesen Jahrzehnten zeigten sich nämlich Änderungen im Machtgefüge, in den sozialen Strukturen, in den religiösen Erfahrungen, in den Wirtschaftsbedingungen sowie in den Wissens- und Denkformen, die Europa, 'auf dem Weg in die Moderne' anbahnten. Diese besondere Geschichtsdeutung des Hochmittelalters wurde oft schlagwortartig durch Grundbegriffe definiert: zum Beispiel 'Renaissance', 'Renewal', 'Achsenzeit' sowie 'Krise'.

In der Übung werden Auszüge aus der Literatur vorgestellt und diskutiert und am Beispiel einiger bedeutender Quellenstellen analysiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein Referat (15 Min.) über spezifische Aspekte des 12. Jahrhunderts zu halten (Studienleistung).

Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master nach alter PO durch das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays, nach neuer PO durch eine Klausur und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung erbracht.

 

Literatur:

Thomas N. Bisson, The Crisis of the Tewlfth Century. Power, Lordship, and the Origins of European Government, Princeton/oxford 2009; Egon boshof, Europa im 112. Jahrundert. Auf dem Weg in die Moderne, Stuttgart 2007. Peter Dinzelbacher, Structures and Origins of the Twelfth Century "Renaissance" (Monographien Zur Geschichte des Mittelalters), Stuttgart 2017; thomas F.X. Noble /John van Engen (Hrsg.), European Transformations. the Long Twelfth Century, Notre Dame (Indiana) 2012.

Artikelaktionen