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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018 - Matthias Becher

Prof. Dr. Matthias Becher

 

Europa im Zeitalter der Ottonen (Vorlesung, Nr. 504001690)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Hörsaal III

Dauer: von 19.10.2017

Im Mittelpunkt der Vorlesung soll einerseits die hegemoniale Rolle der Ottonen im westlichen Europa des 10. Jahrhunderts, andererseits eine gründliche Strukturanalyse ihres Reiches stehen.

Die Zeit der Ottonen galt der Forschung seit jeher als eine zentrale Epoche der mittelalterlichen Geschichte. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Entstehung des mittelalterlichen deutschen Reichs in die Ottonenzeit datiert. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts betonte Helmut Beumann den Wert erzählender Quellen für die Rekonstruktion zeitgenössischen Denkens. Jüngst hat Gerd Althoff seine Theorie über die Bedeutung von Zeremoniell und Ritual vor allem anhand ottonischer Quellen entwickelt, die Johannes Fried wiederum für seine Thesen über die Funktionsweisen der historischen Erinnerung („Memorik“) genutzt hat. Und schließlich gibt es aktuell auch eine intensive Debatte, inwiefern die politischen Strukturen des Ottonenreiches bereits als staatlich charakterisiert werden können. Alle diese Aspekte sollen in der Vorlesung thematisiert werden.

Literatur:

Gerd Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (2000); ders., Die Macht der Rituale. Symbolik und Herrschaft im Mittelalter (2003); Matthias Becher, Otto der Große (2012); Helmut Beumann, Die Ottonen (1987 u.ö.); Carlrichard Brühl, Deutschland – Frankreich. Die Geburt zweier Völker (1990); Joachim Ehlers, Die Entstehung des deutschen Reiches (1994); Johannes Fried, Der Weg in die Geschichte (1994); Johannes Fried, Der Schleier der Erinnerung. Grundzüge einer historischen Memorik (2004); Hagen Keller, Die Ottonen (2001).

 

Ritual und Konsens. Herrschaftspraktiken im 10. und 11. Jahrhundert (Hauptseminar, Nr. 504001741)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum 114, Konviktstr. 11

Dauer: von 18.10.2017

Die politische Ordnung im 10. und 11. Jahrhundert beruhte in hohem Maße auf dem Einverständnis zwischen dem König und seinen „Großen“, den hohen geistlichen Würdenträgern und den führenden Vertretern des Adels. Daher spricht die jüngere Forschung von „konsensualer Herrschaft“. Im Seminar soll es einerseits um die konkreten Mechanismen – etwa Rituale – gehen, mit denen ‚Konsens’ hergestellt wurde, andererseits kritisch gefragt werden, wie weit dieser Interpretationsansatz zu einem vertieften Verständnis der Organisation politischer Gemeinwesen im frühen und hohen Mittelalter beiträgt, insbesondere zur Frage nach dem Charakter ihrer Staatlichkeit.

Literatur:

Gerd Althoff, Die Macht der Rituale. Symbolik und Herrschaft im Mittelalter (2003); ders., Spielregeln der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Frieden und Fehde (1997); Bernd Schneidmüller, Konsensuale Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte politischer Ordnung im Mittelalter, in: Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift für Peter Moraw, hg. von Paul–Joachim Heinig u. a. (Historische Forschungen 67), Berlin 2000, S. 53–87; siehe auch die Literatur zur Vorlesung.

Als schriftliche Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit über das Thema einer Sitzung zu erstellen. Da dieses in ein festes Semesterprogramm eingebunden ist, soll die Hausarbeit auch die Kenntnis der anderen Sitzungsthemen und der Diskussion während des gesamten Semesters widerspiegeln.

 

Bachelor-Kolloquium (Projektseminar, Nr. 504001736)

Termin:

Ort:

Dauer:

Die Veranstaltung dient der Begleitung Studierender, die ihre Bachelorarbeit verfassen. Sie erhalten die Gelegenheit, ihr Thema sowie die Anlage ihrer Arbeit vorzustellen und zu diskutieren.

 

Kolloquium für Masterkandidaten und Doktoranden (Kolloquium, Nr. 504001766)

Termin: donnerstags, 16 bis 19 Uhr

Ort: Raum 114, Konviktstr. 11

Dauer:

Die Veranstaltung dient der Vorstellung und der Diskussion laufender Dissertationen und Master-Arbeiten. Ferner werden aktuelle Tendenzen der Forschung behandelt.

Als Studienleistung wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme an den Sitzungen die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier erwartet.

 

Transkulturelle Annäherungen an Phänomene von Macht und Herrschaft (Ringvorlesung, Nr. 504001777)

Termin: dienstags, 18 bis 20 Uhr

Ort: Hörsaal XIII

Dauer: von 24.10.2017

Der SFB 1167 „Macht und Herrschaft – Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive“ nähert sich Erscheinungsformen von Macht und Herrschaft in Asien, Europa und dem nördlichen Afrika seit dem Sommer 2016 aus einem zweifach transkulturellen Blickwinkel: Einerseits wird durch den Rückgriff auf Wolfgang Welschs Transkulturalitätskonzept zum Ausdruck gebracht, dass ‚Kulturräume‘ niemals monolithische Einheiten bilden, sondern stets vielseitigen Einflüssen unterworfen sind und selbst Veränderungsimpulse geben. Andererseits wird zugleich der Versuch unternommen, die Grenzen der oftmals eurozentrisch geprägten wissenschaftlichen Fachkulturen zu überschreiten, um strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Phänomene aufzudecken.

In der auf mehrere Semester angelegten Ringvorlesung gewähren Teilprojektleitende, Mitarbeiter(innen) und Gäste Einblicke in die Fragestellungen und Arbeitsfelder des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs, wodurch zugleich die thematische sowie geographische Breite des Verbundes illustriert wird.

Termine:
 

  • 24.10.2017: Prof. Dr. Matthias Becher (Mittelalterliche Geschichte): Einführung;
    Prof. Dr. Karina Kellermann (Germanistische Mediävistik): „Der tiuvel schiez iu in den kragen! Herrschaftskritik in der deutschsprachigen Publizistik“
  • 07.11.2017: Dr. des. Timo Bremer (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie): „Macht und Herrschaft im ländlichen Raum von der Spätantike bis in das Hohe Mittelalter – Archäologische Befunde aus dem nördlichen Rheinland“
  • 21.11.2017: Prof. Dr. Andrea Stieldorf (Historische Grundwissenschaften): „Spieglein, Spieglein... Bilder von Königinnen auf Siegeln und Münzen“
  • 05.12.2017: Prof. Dr. Christian Schwermann (Sinologie, Universität Bochum): „Konflikt-‚Management‘ am Kaiserhof der Westlichen Han: Die Debatte über die Militär- und Wirtschaftspolitik des Han Wudi (reg. 141–87 v. Chr.)“
  • 19.12.2017: Prof. Dr. Dittmar Dahlmann/Dr. Diana Ordubadi (Osteuropäische Geschichte): „Die ‚Zeit der Wirren‘ und die Moskauer Selbstherrscher (1598–1613)“
  • 09.01.2018: Prof. Dr. Konrad Klaus (Indologie): „Die Thronfolge im mittelalterlichen Kaschmir“
  • 23.01.2018: PD Dr. Alheydis Plassmann (Mittelalterliche Geschichte): „Sudden death. Kontingenz des Todes und Legitimation von Herrschaft“
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