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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018 - Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

 

Inklusionsorientierte Fragestellungen im Fach Geschichte (Plenum, Nr. 504001701)

Termin: freitags, 10 bis 14 Uhr, vierzehntägig

Ort: Raum 114, Konviktstr. 11

Dauer: von 10.11.2017

Die Blockveranstaltung behandelt und problematisiert das inklusive Potenzial des Lernens und Lehrens von Geschichte. Im ersten Teil des Kurses werden die Prinzipien und Ziele der schulischen Inklusion kurz erläutert und historisch kontextualisiert, auf einige allgemeine, im Geschichtsunterricht einsetzbare didaktische Strategien hingewiesen, spezifischere Positionen in der Geschichtsdidaktik präsentiert und das inklusive Potenzial einiger Grundlagen der Disziplin für die Konzipierung bzw. Anpassung konkreter didaktischer Tätigkeiten vorgestellt (Subjektivität, Narrativität, Grundkompetenzen zur Orientierung in der Geschichte, Gegenwartsbezug, historische Prägung der Umgebung). Der Schwerpunkt des Kurses liegt in der Vormoderne mit besonderer Berücksichtigung von Geschichtsproblemen und Ansätzen, die historische Prozesse der Inklusion und der Exklusion thematisieren.

Auf der Basis dieser Impulse werden von den Studierenden für den zweiten Teil des Kurses didaktische Projekte vorbereitet, in einen in eCampus angelegten Blog hochgeladen, durch Peer-Feedbacks kommentiert und dann (eventuell auch in Form von Micro-Teaching) in einem Referat vorgestellt.

Literatur:

Bettina Alavi/Martin Lücke (Hrsg.): Geschichtsunterricht ohne Verlierer!? Inklusion als Herausforderung für die Geschichtsdidaktik, Schwalbach/Ts. 2016; Sandra Müller: Inklusion in der Geschichtsdidaktik. Ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Didaktik 1 (2017), S. 159-182; Hans-Jürgen Pandel: Geschichtsdidaktik. Eine Theorie für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2013; Jörn Rüsen: Historik. Theorie der Geschichtswissenschaft, Köln/Weimar/Wien 2013; Kerstin Ziemen: Inklusion und »kulturhistorisches« Denken, in: Kerstin Ziemen u. a. (Hrsg.): Inklusion – Herausforderungen, Chancen und Perspektiven, Hamburg 2011, S. 9-20.

Die Studienleistung besteht aus der Bearbeitung und Vorstellung der Projekte und deren schriftlicher Begründung in einer Klausur.

 

Von Arnold von Brescia zu Franziskus von Assisi. Radikale Herausforderungen für die Amtskirche zwischen der Mitte des 12 und dem Anfang des 13. Jahrhunderts (Übung, Nr. 504001755)

Termin: mittwochs, 12 bis 14 Uhr

Ort: Raum 116, Konviktstr. 11

Dauer: von 11.10.2017

Auf dem zweiten Laterankonzil (1139) wurde unter anderem der Kanoniker und Prediger Arnold von Brescia verurteilt. Wenige Jahre später wurde er in Verbindung mit der Entstehung der kommunalen Stadtregierung in Rom trotzdem noch zur Bedrohung für die Päpste, bis er hingerichtet wurde (1155). Das war nur eine der radikalen religiösen Herausforderungen, die die Amtskirche seit dem Ende des Schismas des Jahres 1130 und bis zum vierten Laterankonzil (1215) zu bewältigen hatte. Der Kurs betrachtet den Umgang von Päpsten und Bischöfen mit religiösen Erfahrungen und Bewegungen (mit den sogenannten Katharern, Valdez von Lyon, Franziskus von Assisi), die die Entwicklung der kirchlichen Institutionen zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und Anfang des 13. Jahrhunderts in Frage gestellt haben.

In der Übung werden Quellen (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen), und die einschlägigen historiographischen Probleme vorgestellt und diskutiert.

Literatur:

Gabriel Audisio, Die Waldenser. Die Geschichte einer religiösen Bewegung, Augsburg 2001, S. 15-37; Helmut Feld, Franziskus von Assisi, München 2013; Pilar Jiménez-Sanchez, Les catharismes modèles dissidents du christianisme médiéval (XIIe - XIIIe siècles), Rennes 2008; Romedio Schmitz-Esser, Ein Beispiel für Grenzüberschreitung im 12. Jahrhundert: Arnold von Brescia, in: Ulrich Knefelkamp/Kristian Bosselmann-Cyran (Hrsg.): Grenze und Grenzüberschreitung im Mittelalter, Berlin 2007, S. 243–255; Antonio Sennis (Hrsg.): Cathars in Question (Heresy and Inquisition in Middle Ages, Bd. 4), Woodbridge 2016.

Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein individuelles Referat zu halten (max. fünfzehn Minuten). Die Prüfungsleistung wird durch das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays im fachwissenschaftlichen Master und durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung im Master für das Lehramt erbracht.

 

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