Sie sind hier: Startseite Lehre Wintersemester 2016/2017 Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/2017 - Eugenio Riversi

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/2017 - Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

 

"Mächtige Frauen?" Geschlechterrollen, Handlungsspielräume und Darstellungen von Königinnen, Fürstinnen und charismatischen religiösen Frauen des 10. bis 12. Jahrhundert (Übung, Nr.: 504001588 )

Termin: Donnerstags, 14-16 Uhr

Ort: Raum 0.006 (Konviktstr. 11)

Dauer: 20.10.2016 bis 09.02.2017

 

Die Frage nach der Macht der Frauen und insbesondere nach deren Herrschaftsausübung gilt als bedeutender Zugang zur komplexen Entwicklung der sozialen Strukturen und Dynamiken im Hochmittelalter. Das lässt sich bei der Beobachtung der damaligen weiblichen Geschlechterrollen feststellen, zu denen auch grundlegende Funktionen der gesellschaftlichen Reproduktion zählten. Dies führt aber zu keinem statischen Bild dieser sozialen Akteure und ihrer Handlungsformen: Die Machtdynamik schuf immer wieder mehr oder weniger offene Handlungsspielräume für adlige Frauen – in der Welt sowie im Kloster –, die manchmal die Grenzen der Geschlechterrollen überschritten haben. Das wird vor allem in den Darstellungen einiger wichtiger Königinnen, Fürstinnen und religiöser Frauen deutlich: Die Analyse der überwiegend erzählerischen Quellen zeigt die Mühe der männlichen Autoren, die Spannungen und Gegensätze in den Bildern dieser Frauen beizulegen. Aber auch wenn Frauen selbst ‚das Wort ergriffen haben‘, zeigen die Texte deren spannungsgeladene mächtige Position.

Das Thema wird anhand einer Reihe von Fallbeispielen und unterschiedlichen Studien vorgestellt. In der Übung werden Quellen (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) und die einschlägigen historiographischen Probleme vorgestellt und diskutiert.

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein individuelles Referat (max. 10 Minuten) zu halten.

 

Literatur: Georges Duby, Mütter, Witwen, Konkubinen. Frauen im 12. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1997; Theresa Earenfight, Queenship in Medieval Europe, Basingstoke 2013; Amalie Fößel, Die Königin im mittelalterlichen Reich. Herrschaftsausübung, Herrschaftsrechte, Handlungsspielräume, Stuttgart 2000 (Mittelalter-Foschungen, 4). Amalie Fößel/Anette Hettinger (Hrsg.), Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Religiöse Lebensformen von Frauen im Mittelalter, Idstein 2000; Claudia Zey (Hrsg.), Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11.–14. Jahrhundert), Ostfildern 2015.

 

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein individuelles Referat (max. 10 Minuten) zu halten. Die Prüfungsleistung wird durch das Verfassen eines Protokolls erbracht.

Prüfungsleistung im fachwissenschaftlichen Master (Vertiefungsmoduo Mittelalter I-III): Protokoll

Pürfungslesitung im Lehramtsmaster. Referat mitschriftlicher Ausarbeitung

 

Die "zweite Hälfte" des sog. Investiturstreits vom Tod Gregors VII. bis zum Wormser Konkordat (1085 - 1122) (Übung, Nr.: 504001532 )

Termin: Mittwochs, 12-14 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Dauer: von 19.10.2016

 

Mit dem Tod Gregors VII. (1085) fiel einer der zwei Hauptprotagonisten des politischen und militärischen Konflikts aus, der seit 1076 in Versammlungen, Treffen, Schlachten und Belagerungen seine dramatischen Höhepunkte finden sollte: in Worms, Tribur, Canossa, Hohenmölsen, Rom, usw. Der sogenannte Investiturstreit ging aber weiter und entwickelte sich nach diesem ersten traumatischen Ausbruch zwischen Konsolidierung, Konturierung und Verschärfung der eigenen Positionen in noch jahrzehntelang gespaltenen Kontexten (durch päpstliche und bischöfliche Schismen, durch Thronstreitigkeiten zwischen Heinrich IV. und seinen Söhnen, durch Italienzüge usw.) und allmählich entschlosseneren Versuchen, die Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser beizulegen, bis zur angeblich ‚endgültigen‘ politischen Lösung des sog. Wormser Konkordats (1122).

Der Kurs vollzieht diese Ereignisse anhand der Vorstellung der damaligen Publizistik in ihren verschiedenen Formen und unterschiedlichen Themen nach, konzentriert sich auf die Schwerpunkte der Auseinandersetzung und dabei insbesondere – mit Bezug auf die allgemeineren Ziele des Moduls Schlüsselkompetenzen für Historiker – auf die Argumentationsanalyse der Texte.

In der Übung werden Quellen (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) und die einschlägigen historiographischen Probleme vorgestellt und diskutiert.

Teilnahmevoraussetzungen sind die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten, ein individuelles Referat (max. 15 Minuten) zu halten und einen kurzen Lexikonartikel (2.000-4.000 Druckanschläge) zu schreiben. Für Studierende des Moduls Schlüsselkompetenzen wird die Prüfungsleistung durch eine Klausur erbracht.

 

Literatur: Werner Goez, Kirchenreform und Investiturstreit. 910-1122, Stuttgart / Berlin / Köln 2000; Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 21), München 32007;Leidulf Melve, Inventing the Public Sphere. The Public Debate During the Investiture Contest (c. 1130-1122), 2 Bde., Leiden 2007, Bd. 1: S. 3-117; Bd. 2: S. 603-642; Oliver Münsch, Fortschritt durch Propaganda? Die Publizistik des Investiturstreits zwischen Tradition und Innovation, in: Jörg Jarnut u. Matthias Wemhoff (Hrsg.), Vom Umbruch zur Erneuerung. Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung (MittelalterStudien 13), München 2006, S. 151-167.

 

Teilnahmevoraussetzungen sind die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten, ein individuelles Referat (max. 15 Minuten) zu halten und einen kurzen Lexikonartikel (2.000-4.000 Druckanschläge) zu schreiben. Für Studierende des Moduls Schlüsselkompetenzen wird die Prüfungsleistung durch eine Klausur erbracht.

Artikelaktionen