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Lehrveranstaltungen im Wintersmester 2015/2016 - Matthias Becher

Prof. Dr. Matthias Becher

 

Das Ende des Frankenreiches und die Entstehung Deutschlands und Frankreichs im 9. und 10. Jahrhundert (Vorlesung, Nr. 504001319)

Termin: Donnerstags, 10-12 Uhr

Ort: Hörsaal III (Hauptgebäude)

Dauer: 29.10.2015 bis 11.02.2016

Im Zusammenhang mit der europäischen Einigung wird als historisches Beispiel immer wieder das Frankenreich unter Karl dem Großen und seinen Nachfolgern angeführt. Allerdings begann dieses schon in den 830er Jahren zu zerfallen, zunächst wegen der Rivalitäten innerhalb der karolingischen Dynastie, die dann aber auch bald dazu führten, dass sich die verschiedenen Teilreiche auseinander entwickelten und sich im Laufe der Zeit zu neuen politischen Einheiten formten. Deutschland und Frankreich haben ihre Ursprünge in diesem von vielen Krisen wie den Normanneneinfällen oder der Schwäche des Königtums gekennzeichneten Prozess. Eng verknüpft mit dieser Entwicklung ist auch die sogenannte feudale Revolution des 10. Jahrhunderts, die ebenfalls im Zuge dieser Vorlesung zur Sprache kommen soll.

Literatur: G. Althoff – H. Keller, Heinrich I. und Otto der Große. Neubeginn auf karolingischem Erbe(1985); C. Brühl, Deutschland – Frankreich. Die Geburt zweier Völker (1990); J. Ehlers, Die Entstehung des deutschen Reiches (1994); Johannes Fried, Der Weg in die Geschichte (1994);R. Große, Vom Frankenreich zu den Ursprüngen der Nationalstaaten 800 bis 1214 (2005); H. Keller, Die Ottonen (2001).

 

Bachelorkolloquium (Projektseminar, Nr. 504001399)

Termin: Blockseminar n. V., 1stündig

Ort: Bibliotheksraum Mittelalter

Dauer: -

 

Otto der Große: Deutscher König oder europäischer Hegemon? (Hauptseminar, Nr.: 504001366)

Termin: Mittwochs, 10-12 Uhr

Ort: Raum 114 (Konviktstr. 11)

Dauer: von 21.10.2015

Unter Otto dem Großen (936-973) und seinem Vater Heinrich I. (919-936) ist das Deutsche Reich entstanden – diese Feststellung war lange Zeit in der Forschung weithin akzeptiert. In jüngerer Zeit ist die Wissenschaft jedoch davon abgekommen, eine Epoche nur im Lichte der späteren – vor allem nationalstaatlichen – Entwicklung zu analysieren, sondern strebt im Sinne einer historischen Anthropologie danach, die zeitgenössischen Rahmenbedingungen und Mentalitäten stärker zu berücksichtigen. So wird Otto inzwischen weder als deutscher noch als sächsischer, sondern als ostfränkischer König gesehen, dessen Wirken nur vor dem Hintergrund des zerfallenen fränkischen Großreichs der Karolinger richtig zu deuten ist. So betonte er seine königliche Stellung in karolingischer Tradition und provozierte damit die Großen seines Reiches, die an den kollegialen Herrschaftsstil seines Vaters gewöhnt waren. Nachdem er sich durchgesetzt hatte, engagierte Otto sich massiv im westfränkischen Reich, dominierte das Königreich Burgund, besiegte im Jahr 955 die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld und dehnte seine Herrschaft schließlich auf Nord- und Mittelitalien aus. Er tauschte Gesandte mit Byzanz und dem Kalifen von Cordoba aus und kann daher als dominierender Herrscher im damaligen Europa gelten. In dem Seminar soll es darum gehen, diese Entwicklung auf der Basis des neuesten Forschungsstandes kritisch zu hinterfragen und zu analysieren.

Literatur: Literatur: G. Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (2000); G. Althoff – H. Keller, Heinrich I. und Otto der Große. Neubeginn auf karolingischem Erbe, (1985); M. Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie (2012); H. Keller, Die Ottonen (2001) J. Laudage, Otto der Große (912–973) (2001).

 

Widukind von Corvey - Spielmann in der Kutte oder Kronzeuge? (Übung, Nr.: 504001375)

Termin: Dienstags, 18-20 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Dauer: von 27.10.2015

Seit der grundlegenden Untersuchung Helmut Beumanns benutzt die Geschichtswissenschaft Widukind von Corvey nicht nur zur Rekonstruktion vergangenen Geschehens, sondern sucht sich auch der komplexen Gedankenwelt dieses Autors anzunähern. So kann man das Verdikt von Teilen der älteren Forschung, er sei ein „Spielmann in der Kutte“ gewesen, durchaus auch ins Positive wenden. Dank seiner guten Informationen liefert dieser Chronist nämlich nicht nur Interpretationen des politischen Geschehens, sondern gibt auch wichtige Einblicke in die Mentalität des 10. Jahrhunderts.

Literatur: G. Althoff, Widukind von Corvey. Kronzeuge und Herausforderung, in: Frühmittelalterliche Studien 27 (1993), S. 253–272; H. Beumann, Widukind von Korvei. Untersuchungen zur Geschichtsschreibung und Ideengeschichte des 10. Jahrhunderts (1950); J. Fried, Die Königserhebung Heinrichs I. Erinnerung, Mündlichkeit und Traditionsbildung im 10. Jahrhundert, in: Mittelalterforschung nach der Wende 1989, hg. von M. Borgolte (1995), S. 267–318; E. Karpf, Herrscherlegitimation und Reichsbegriff in der ottonischen Geschichtsschreibung des 10. Jahrhunderts (1985); L. Körntgen, Königsherrschaft und Gottes Gnade. Zu Kontext und Funktion sakraler Vorstellungen in Historiographie und Bildzeugnissen der ottonisch-frühsalischen Zeit (2001); K. Vaerst, Laus inimicorum oder Wie sag’ ich’s dem König? Erzählstrukturen der ottonischen Historiographie und ihr Kommunikationspotential (2010).

 

Colloquium für Doktoranden und Examenskandidaten (Kolloquium, Nr.: 504001384)

Termin: Donnerstags, 16-19 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Dauer: wird noch bekannt gegeben

 

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