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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2010/2011 - Alheydis Plassmann

PD Dr. Alheydis Plassmann

Europa im 11. Jahrhundert (Vorlesung, Nr. 504000442)

Zeit:      Freitag, 10-12 Uhr
Ort:       HS XV
Beginn: 15. 10. 2010

Im 11. Jahrhundert wurden in Europa zahlreiche Weichen für spätere Entwicklungen gestellt: Während das römisch-deutsche Reich sich unter den Saliern zunächst stabilisierte, wurden andere Reiche wie England und Frankreich von Krisen erschüttert. Die Kirchenreform brachte dann eine europaweite Vereinheitlichung in kirchlichen Belangen und mit dem sogenannten Investiturstreit die tiefste Krise des Reiches, während Frankreich und England nach 1066 auch wegen der Kirchenreform neuen Aufschwung erfuhren. In der Vorlesung sollen diese Entwicklungslinien im gesamteuropäischen Kontext dargestellt werden, wobei das römisch-deutsche Reich im Vordergrund steht.

 

Einführende Literatur:

U.-R. Blumenthal, Der Investiturstreit, Stuttgart 1982.

E. Boshof, Die Salier, Stuttgart 52008.

W. Hartmann, Der Investiturstreit, München 32007.

J. Laudage (Hrsg.), Der Investiturstreit. Quellen und Materialien, Köln 22006.

S. Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024-1125), Ostfildern 22008.

 

Die Renaissance des 12. Jahrhunderts (Hauptseminar, Nr. 504000495)

Zeit:      Donnerstag, 10-12 Uhr
Ort:       Bibliotheksraum Neuzeit
Beginn: 14. 10. 2010

Das 12. Jahrhundert gilt als Zeit zahlreicher Neuerungen auf vielen Gebieten und seit Charles Homer Haskins als Zeit der ersten „europäischen Renaissance“. Im Seminar werden die Innovationen auf dem besonders prominenten Gebiet der höfischen Kultur, aber auch in anderen Lebensbereichen wie etwa dem Geldwesen oder dem Recht, in den Blick genommen. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich die Entwicklungen mit Begriffen wie „Renaissance“ oder „Innovation“ fassen lassen und inwiefern wir es tatsächlich mit einem gesamteuropäischen Phänomen von Neuerungen aus der Rückbesinnung heraus zu tun haben.

Studienleistungen: Bereitschaft zur Übernahme eines Referates, Vorbereitung und Vorstellung der relevanten Forschungsliteratur, regelmäßige Mitarbeit. Die Thesenpapiere sollen 7 Tage vor dem Referatstermin vorliegen.

 

Einführende Literatur:

Zum Hintergrund:

M. Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt, 1050-1250, Stuttgart 2003.

A. Haverkamp, Zwölftes Jahrhundert. 1125-1198, Stuttgart 2005 (Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte 5).

C. Homer Haskins, The Renaissance of the Twelfth Century, Cambridge (Mass.) 1927, seither zahlreiche Neuauflagen.

R. Benson, G. Constable, C. D. Lanham (Hrsg.), Renaissance and Renewal in the Twelfth Century, Oxford 1982.

M. L. Colish, Haskins's Renaissance seventy years later: beyond anti-Burckhardtianism, in: Haskins Society Journal 11 (2003) S. 1-15.

J. Le Goff, What did the twelfth-century Renaissance mean?, in: J.L. Nelson; P. Linehan (Hrsg.), The Medieval World, London 2001, S. 635-647.

L. Melve, “The revolt of the medievalists”. Directions in recent research on the twelfth-century renaissance, in: Journal of Medieval History 32 (2003), S. 232-252.

 

Familienbewusstsein und Adelsstolz im hohen Mittelalter (Übung im Hauptstudium, Nr. 504000503)

Zeit:      Dienstag, 14-16 Uhr
Ort:       Raum III
Beginn: 12. 10. 2010

Im Zuge der Verbreitung höfischer Kultur haben die Deutungsmuster der volkssprachlichen Literatur auch in der Geschichtsschreibung Einzug gehalten. Dies gilt insbesondere für die Werke, die im Umfeld adliger Familien entstanden ist. Genealogien und genealogisch geprägte Zeugnisse ändern so ihre Ausrichtung von der Legitimierung des Rechtes auf Besitz zur Legitimierung der Herrschaft. Adlige Familien wie etwa die Welfen erhalten in solchen neuen Zeugnissen Vorfahren, die höfischen Idealen entsprechen und so die Idoneität der Familie zur Herrschaft „beweisen“. Ob und wie dies ein geändertes Verständnis von Familie bedingt oder zur Folge hat, muss vor dem Hintergrund der inzwischen stark differenzierten These Karl Schmids von der Entstehung des Geschlechterbewusstseins im Hochmittelalter überprüft werden. Im Seminar soll anhand von ausgewählten Quellen das Familienbewusstsein des frühen und hohen Mittelalters im Focus stehen. Studienleistungen: Übernahme eines Referates, Vorbereitung und Vorstellung der relevanten Forschungsliteratur, regelmäßige Mitarbeit. Prüfungsleistung (verbindlich im Aufbaumodul, möglich im Forschungsmodul I): eine Hausarbeit. Die Thesenpapiere sollen 7 Tage vor dem Referatstermin vorliegen.

Literatur:

C. Bouchard, „Those of my blood“ – Constructing noble families in medieval Francia, Philadelphia 2001.

J. Dunbabin, Discovering a past for the French aristocracy, in: The perception of the past in 12th century Europe, hg. von Paul Magdalino, London 1992, S. 1-14.

B. Kellner, Ursprung und Kontinuität – Studien zum genealogischen Wissen im Mittelalter, München 2004.

A. Plassmann, Herkunft und Abstammung im Frühmittelalter, in: Genealogische Diskurse  - Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 37 (2007) S. 9-39.

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