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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2008/2009 - Matthias Becher

Die Salier (Vorlesungsnr. 504000102)

Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort: Hörsaal III (Hauptgebäude)
Beginn: 16. Oktober 2008

Von 1024 bis 1125 regierten vier Herrscher aus der Dynastie der Salier das aus Deutschland, Italien und ab 1033 auch Burgund bestehende Imperium. Insbesondere Heinrich III. konnte seinen universalen Rang zur Geltung bringen, als er drei gleichzeitig amtierende Päpste auf der Synode von Sutri 1046 absetzen und einen neuen Papst erheben ließ. Rund dreißig Jahre später war das Papsttum im Zuge seiner Reformbemühungen derart erstarkt, daß Heinrich IV. 1077 in Canossa als Büßer vor Gregor VII. erscheinen mußte. Aus einem Miteinander der beiden universalen Gewalten Papst- und Kaisertum war eine unversöhnliche Feindschaft geworden. Die Auseinandersetzung mit dem Papst, üblicherweise als „Investiturstreit“ bezeichnet, sollte die Regierungszeit der beiden letzten Salier bestimmen. Dieses Ringen um die rechte Weltordnung gilt als einer der entscheidenden Wendepunkte in der Geschichte des mittelalterlichen Europa.

Literatur: E. Boshof, Die Salier (1987 u.ö.); W. Goez, Kirchenreform und Investiturstreit 910-1122 (2000); W. Hartmann, Der Investiturstreit (1993); S. Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024-1125) (2004).

 

Von Sutri nach Canossa. Der Niedergang des salischen Kaisertums und der Aufstieg des Reformpapsttums (Hauptseminar Nr. 504000154)

Zeit: Di 10-12 Uhr
Ort: Raum III (Historisches Seminar)
Beginn: 14. Oktober 2008

Für diese Veranstaltung findet eine elektronische Anmeldung statt. Über Termine und Modalitäten wird rechtzeitig durch Aushänge und Hinweise auf der Homepage des Instituts für Geschichtswissenschaft informiert. Nach erfolgreicher elektronischer Anmeldung erfolgt die Übernahme eines Themas durch Eintragung in die im Sekretariat (Frau Gröne, Zimmer 106, 1. Etage) ausliegende Liste.

Teilnahmevoraussetzung ist neben den üblichen Anforderungen die Vorlage eines dreiseitigen Thesen- und Quellenpapiers 7 Tage vor dem Referatstermin.

Während die Synode von Sutri 1046, auf der Heinrich III. drei gleichzeitig amtierende Päpste absetzen und einen vierten zum neuen Papst erheben lassen konnte, als Höhepunkt des kaiserlichen Einflusses auf das Papsttum gilt, symbolisiert der berühmte Bußakt seines Sohnes Heinrich IV. vor Gregor VIII. in Canossa 1077 den Tiefpunkt salischer Macht und den Beginn einer vom Gegensatz der beiden Universalgewalten geprägten Epoche. In dem Seminar soll zunächst danach gefragt werden, ob diese Einschätzung von Sutri und Canossa zutrifft oder ob der Niedergang des Kaisertums nicht schon unter Heinrich III. begann, welche anderen Entwicklungen für die ‚papstgeschichtliche Wende“ (R. Schieffer) verantwortlich waren und welche Bedeutung der Minderjährigkeit Heinrichs IV. zukommt.

Literatur: Siehe Vorlesung, dazu: M. Black-Veldtrup, Kaiserin Agnes (1043-1077). Quellenkritische Studien (1995); J. Laudage, Priesterbild und Reformpapsttum im 11. Jahrhundert (1984); R. Schieffer, Die Entstehung des päpstlichen Investiturverbots für den deutschen König (1981); S. Weinfurter, Canossa. Die Entzauberung der Welt (2006).

 

Die Fürstenverantwortung für das Reich - Eine neue Herrschaftskonzeption des 11. Jahrhunderts)? (Übung Nr. 504000164)

Zeit: Di 18-20 Uhr
Ort: Raum III (Historisches Seminar)
Beginn: 14. Oktober 2008

Anmeldung und Übernahme eines Themas durch Eintragung in die im Sekretariat (Frau Gröne, Zimmer 106, 1. Etage) ausliegende Liste.

Teilnahmevoraussetzungen sind gute Lateinkenntnisse sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Die neuere Forschung geht davon aus, daß die Fürsten seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts ein größeres Mitspracherecht bei der Regierung des Reiches für sich reklamierten. Diese gesteigerte Fürstenverantwortung habe sich insbesondere bei Königswahlen und auf Reichsversammlungen gezeigt. Ziel der Übung ist es, die Genese dieser Auffassung nachzuzeichnen, sie in den Kontext der allgemeinen Verfassungsentwicklung seit dem frühen Mittelalter einzuordnen und sie anhand ausgewählter Beispiele zu überprüfen.

Literatur: Siehe Vorlesung, dazu: H. Keller, Schwäbische Herzöge als Thronbewerber: Herzog Hermann II. (1002), Rudolf von Rheinfelden (1077), Friedrich von Schwaben (1125). Zur Entwicklung von Reichsidee und Fürstenverantwortung, Wahlverständnis und Wahlverfahren im 11. und 12. Jahrhundert, in: ZGO 131 (1983), S. 123-162: J. Schlick, König, Fürsten und Reich (1056-1159). Herrschaftsverständnis im Wandel (2001); M. Suchan, Königsherrschaft im Streit. Konfliktaustragung in der Regierungszeit Heinrichs IV. zwischen Gewalt, Gespräch und Schriftlichkeit (1997).

 

Colloquium für Doktoranten und Examenskandidaten (Nr. 504000174)

Zeit: Mi 16-19 Uhr

Teilnahme nur nach Anmeldung in der Sprechstunde

Die Veranstaltung soll einer speziellen Prüfungsvorbereitung dienen. Zu diesem Zweck sollen die Teilnehmer entweder neueste Forschungen zu einem ausgewählten Problem der mittelalterlichen Geschichte oder ihre Examens- bzw. Doktorarbeiten vorstellen.

 

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