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Dr. Simon Groth

Dr. Simon Groth

Im Streit. Kontroversen der Mediävistik (Übung, Nr. 504002400)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Bibliotheksraum Neuzeit, Institut für Geschichtswissenschaft, Konviktstraße 11

Beginn: 12.04.2021

 

In einem jüngst veröffentlichten Aufsatz übder die "Logik von Forschungskontroversen" hat Thomas Martin Buch, Professor für Geschichte und ihre Didatktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, einführend festgehalten, "Krisen" seien für die moderne Wissenschaft "ein Motor des Fortschritts". Ein kurzer Blick auf die Geschichte der Geschichtswissenschaft schein diese These zu bestätigen. So listet etwa die keineswegs vollständige Zusammenstellung "Geschichtswissenschaftlicher Kontroversen" auf Wikipedia über 40 Fälle, wovon mit dem sogenannten "Sybel-Ficker-Streit" jedoch nur eine mediävistische Debatte angeführt wird. Doch auch die Geschichte der (deutschen) Mittelalterforschung ist seit ihren Ursprüngen im 19. Jahrhundert bis heute voll von Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten und Auseinandersetzungen.

 

In dieser Übung wollen wir eine exemplarische Untersuchung einiger dieser Kontroversen wagen. Dabei soll es uns nicht darum gehen, Partei zu ergreifen, sondern darum, diese im Hinblick auf ihre Inhalte und Ursachen sowie ihre Hintergründe und Reichweite respektive Auswirkungen für die Mediävistik zu analysieren und damit vielleicht zu einer eigenen ‚Logik‘ von Forschungskontroversen zu gelangen. Dementsprechend werden wir uns eingangs auch mit einigen theoretischen Texten über die (Geschichts-)Wissenschaft beschäftigen müssen.

 

In der Veranstaltung sollen der Umgang mit Quellen, Hilfsmitteln und Forschungsliteratur erlernt sowie die mündliche und schriftliche Diskussion wissenschaftlicher Fragestellungen eingeübt werden. Folglich werden rege Mitarbeit, Vor- und Nachbereitung der Sitzungen (einschließlich schriftlicher Hausaufgaben) sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats erwartet. Eine Prüfungsleistung wird durch das Erstellen einer Hausarbeit erbracht.

 

 

Literatur: Thomas Martin Buck: Lehnswesen und Feudalismus. Zur Logik von Forschungskontroversen, in: Der geschichtliche Ort der historischen Forschung. Das 20. Jahrhundert, das Lehnswesen und der Feudalismus, hg. von Simon Groth (Normative Orders 28). Frankfurt am Main/New York 2020, S. 217-235.

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