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Dr. Linda Dohmen

Dr. Linda Dohmen

Wenn zwei sich streiten... Die Doppelwahl von 1198 und der deutsche Thronstreit (Übung, Nr. 504002432)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum III (Kleiner Übungsraum), Institut für Geschichtswissenschaft, Konviktstraße 11

Dauer: 14.04.2021

 

Der Thronstreit, der nach dem Tod Heinrichs VI. 1197 ausbrach und bis 1218 währte, ist mitunter als „eine der Katastrophen der deutschen Geschichte“ (H. M. Schaller) bezeichnet worden. Während der bereits 1196 zum Mitkönig gewählte dreijährige Sohn Heinrichs VI. unter der Obhut seiner Mutter Constanze die Nachfolge seines Vaters in Sizilien anzutreten suchte, erhoben unterschiedliche Fürstengruppierungen mit dem Staufer Philipp von Schwaben, einem Bruder Heinrichs VI., und dem Welfen Otto von Braunschweig gleich zwei – weitere – Könige im Reich nördlich der Alpen, die sich fortan beide um eine Anerkennung durch den Papst und die damit verbundene Kaiserkrönung bemühten. Auch England und Frankreich versuchten, in den Konflikt einzugreifen. 1208 fiel Philipp einem Attentat zum Opfer. Letztlich setzte sich aber nicht Otto durch, sondern der mittlerweile herangewachsene Friedrich II.

Doch war der Thronstreit nicht nur durch gewaltsame Auseinandersetzungen geprägt, zugleich wurden manche Weichen für zukünftige Entwicklungen gestellt: bei den Modalitäten der Königswahl wie den Ritualen der Königskrönung, im Verhältnis von röm.-dt. Königtum und Papsttum, insbesondere aber auch der Fürsten untereinander.

Obschon viele Quellen zur Thematik in deutscher Übersetzung vorliegen, sind gute Lateinkenntnisse für das vertiefte Verständnis mittelalterlicher Texte unabdingbar. Teilnahmevoraussetzung ist überdies die Freude an intensiver Quellenlektüre. In der Veranstaltung selbst werden rege Mitarbeit, Vor- und Nachbereitung der Sitzungen sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats erwartet. Eine Prüfungsleistung wird durch die Erstellung einer Hausarbeit erbracht.

 

Literatur: Stefanie Mamsch, Der deutsche Thronstreit (1198–1208). Konkurrenz – Konflikt – Lösungsversuche, in: Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum, hg. von Bernd Ulrich Hucker u.a., Petersberg 2009, S. 49–56; dies., Kommunikation in der Krise. Könige und Fürsten im deutschen Thronstreit (1198–1218) (Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster, Reihe X, 14), Münster 2012; Hans Martin Schaller, Der deutsche Thronstreit und Europa 1198–1218. Philipp von Schwaben, Otto IV., Friedrich II., in: Krönungen. Könige in Aachen – Geschichte und Mythos, Bd. 1, hg. von Mario Kramp, Mainz 2000, S. 398–406.

 

Ausgewählte lateinische Quellen zur Geschichte des Mittelalters (Übung, Nr. 504002424)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum III (Kleiner Übungsraum), Institut für Geschichtswissenschaft, Konviktstraße 11

Dauer: 15.04.2021

 

In der Veranstaltung werden mittellateinische Quellen übersetzt und besprochen, deren Schwierigkeitsgrad im Laufe des Semesters ansteigt. Zudem werden Fragen der Grammatik erörtert. Um auf das im zweiten Studienjahr anstehende Epochenmodul Mittelalter vorzubereiten, soll auch ein Überblick über die Bandbreite der verschiedenen Quellengattungen geboten werden (Annalen, Chroniken, Viten, Briefe, Urkunden, Rechtstexte etc.).

Die Teilnehmer des Kurses sollten bereits über Grundkenntnisse des Lateinischen verfügen. Auf der Homepage des Instituts für Geschichtswissenschaft ist unter http://www.igw.uni-bonn.de/studium-1/hilfen-zum-wissenschaftlichen-arbeiten ein Verzeichnis mit 222 wichtigen mittellateinischen Vokabeln hinterlegt. Die Kenntnis dieser Vokabeln wird vorausgesetzt.

Die Veranstaltung schließt mit einer Klausur (Studienleistung im Modul Grundlagen für Historiker II).

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