Sie sind hier: Startseite Lehre Sommersemester 2021 Dr. Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

'Von Worms nach Rom' - Der Aufstieg der salischen Dynastie und ihre Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Herausforderungen (10. Jahrhundert bis 1125) (Übung, Nr. 504002431)

Termin: montags, 12 bis 14 Uhr

Ort: Bibliotheksraum Neuzeit, Konviktstraße 11

Beginn: 12.04.2021

 

Wo beginnt die Geschichte des „ersten deutschen Königshauses“? Spuren eines postkarolingischen fürstlichen Projektentwurfes führen uns in die Stadt Worms zur Zeit der Ottonen. Es waren die Enkel des mächtigen Herzogs Otto ‚von Worms‘ († 1004), Konrad der Ältere und Konrad der Jüngere, die 1024, nach dem Tod des letzten ottonischen Herrschers, unweit von Worms, in Kamba, um die Krone rangen. Ersterer konnte sich durchsetzen und infolgedessen eine hundertjährige Dynastie gründen, deren Mitglieder dann das vorherige fürstliche ‚Wormser‘ Projekt nach Speyer verlegten und es schrittweise den hohen Ansprüchen der neuen königlichen Herrscher anpassten. Über vier Generationen wurden Konrad und seine Nachfolger mit den Chancen und Herausforderungen einer Umbruchszeit konfrontiert, sowohl in ihren Machtorten Worms und Speyer als auch im ganzen Reich. Und insbesondere mit den entscheidenden Herausforderungen, die sich ihnen am Ende des Weges zur Kaiserkrone, in Rom, stellten.

In der Übung werden Quellen gelesen und kommentiert (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) und vor allem die Literatur über das Thema vorgestellt und diskutiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein kurzes Referat über einen Aspekt der Geschichte der Dynastie zu halten. Die Prüfungsleistung wird durch eine schriftliche Hausarbeit erbracht.

 

Literatur: Johannes Laudage, Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 4. Aufl. München 2017; Gerhard Lubich (Hrsg.), Heinrich V. in seiner Zeit. Herrschen in einem europäischen Reich des Hochmittelalters, Wien/Köln/Weimar 2013 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 34); Gerhard Lubich/Dirk Jäckel (Hrsg.), Heinrich III. (1016/17-1056): Kaiser am Beginn eines neuen Jahrtausends, Wien/Köln/Weimar 2018 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 43); Hansmartin Schwarzmaier, Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier, Sigmaringen 1991; Stefan Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024–1125), Ostfildern 2004.

 

Die Zisterzienser und die Häresien. Die Suche nach religiöser und institutioneller Identität vom Entstehungsprozess des Ordens bis zur ersten Hälfte des 13. Jahrunderts (Übung, Nr. 504002463)

Termin: donnerstags, 14 bis 16 Uhr

Ort: Bibliotheksraum Mittelalter, Konviktstraße 11

Beginn: 15.04.2021

 

Die Entstehung des Ordens der Zisterzienser ist das wichtigste Beispiel für den Umbruch des Mönchtums im 11. und 12. Jahrhundert. Man kann von einer echten Innovationskraft für die Institutionalisierung von religiösen Erfahrungen in den Mönchsgemeinschaften sprechen, die sich aus Cîteaux verbreiteten. Hieraus resultierte die große Bedeutung der lokalen und überregionalen Netzwerke der Klöster und die relevanten Rollen, die einzelne Mitglieder in allen kirchlichen Institutionen zwischen 1130 und der Mitte des 13. Jahrhunderts einnahmen. Nicht zufällig begleitet diese hochmittelalterliche, erfolgreiche, aber auch spannungsgeladene Geschichte, die auf einzigartige Weise charismatische Aspekte und eine rationalisierende Organisation vereinigt, eine stetige Auseinandersetzung mit religiösen Abweichlern, um deren Ausgrenzung die Zisterzienser sich bemühten. Der Kampf gegen die Häretiker ergibt sich als eine zentrale Facette der Kehrseite der langen Identitätsstiftungsprozesse und der Institutionalisierung des Zisterzienserordens. 

In der Übung werden vor allem Quellen gelesen und kommentiert (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) sowie die Forschungsliteratur vorgestellt und diskutiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein kurzes Referat über Figuren und Phasen der Entstehung und Entwicklung des Ordens sowie über die Auseinandersetzung der Zisterzienser mit den Häretikern zu halten. Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master durch eine Klausur oder das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung erbracht.

 

Literatur: Immo Eberl, Die Zisterzienser. Geschichte eines europäischen Ordens, 2. Aufl., Ostfildern 2007. Beverly Maine Kienzle, Cistercians, Heresy and Crusade in Occitania, 1145–1229. Preaching in the Lord’s Vineyard, Woodbridge/Rochester (NY) 2001. Gert Melville, Warum waren die Zisterzienser so erfolgreich? Eine Analyse der Anfänge, in: Georg Mölich/Norbert Nußbaum/Harald Wolter-von dem Knesebeck (Hrsg.), Die Zisterzienser im Mittelalter, Köln/Weimar/Wien 2017. Jörg Oberste, Prediger, Legaten und Märtyrer: Die Zisterzienser im Kampf gegen die Katharer, in: Reinhardt Butz/Jörg Oberste (Hrsg.), Studia monastica. Beiträge zum klösterlichen Leben im Mittelalter, Gert Melville zum 60. Geburtstag, Münster 2004 (Vita Regularis – Abhandlungen, 22), S. 73-92. Jörg Oberste, Die Zisterzienser, Stuttgart 2014. 

 

Inklusionsorientierte Fragestellungen im Fach Geschichte (Plenum, Nr. 504002421)

Termin: freitags, 10 bis 12 Uhr (1. Teil des Kurses und Klausur)

             freitags, 10 bis 14 Uhr (2. Teil des Kurses)

         
Ort: Hauptgebäude, Hörsaal I, Hauptgebäude (1. Teil des Kurses)

       Bibliotheksraum Neuzeit, Konviktstraße 11 (2. Teil des Kurses)

    
Dauer: 16.04.2021

 

Die Veranstaltung behandelt und problematisiert das inklusive Potenzial des Lernens und Lehrens von Geschichte, um ein neues Professionalitätsverständnis der Lehrkräfte einzuleiten (Punkt 14 der Bonner Erklärung zur inklusiven Bildung). Im ersten Teil des Kurses werden die Prinzipien und Ziele der schulischen Inklusion kurz erläutert und historisch kontextualisiert sowie die aktuelle Debatte in Deutschland vorgestellt. Außerdem wird auf einige allgemeine, im Geschichtsunterricht einsetzbare didaktische Strategien bzw. Methoden hingewiesen. Ferner werden spezifischere Positionen aus der inklusiven Geschichtsdidaktik präsentiert und das Potenzial einiger Grundlagen der Disziplin für die Konzipierung bzw. Anpassung konkreter, auf Inklusion zielender didaktischer Tätigkeiten dargestellt (Subjektivität, Narrativität, Grundkompetenzen zur Orientierung in der Geschichte, Gegenwartsbezug, historische Prägung der Umgebung). Diese Themen werden durch Impulsvorträge eingeführt und von den Studierenden in einem Lernportfolio bearbeitet. Der fachliche Schwerpunkt der Kursinhalte liegt in der Vormoderne mit besonderer Berücksichtigung von Geschichtsproblemen und Ansätzen, die historische Prozesse der Inklusion und der Exklusion thematisieren. Auf Basis dieser Impulse werden von den Studierenden für den zweiten Teil des Kurses didaktische Projekte in Paar- und Gruppenarbeit vorbereitet, in eCampus hochgeladen, durch Peer-Feedbacks individuell kommentiert und dann (eventuell auch in Form von Micro-Teaching) in einem Referat (max. 20 Min.) vorgestellt.

Die Studienleistung besteht aus der Bearbeitung und Vorstellung der Projekte und aus einer Klausur, in der die Studierenden mit Hilfe der Lernportfolios die behandelten Themen reflektieren und die eigenen Projekte darstellen und begründen.

 

Literatur: Bettina Alavi/Eva-Kristina Franz, Inklusions-Material Geschichte. Klasse 5–10, Berlin 2017. Bettina Alavi/Martin Lücke (Hrsg.), Geschichtsunterricht ohne Verlierer!? Inklusion als Herausforderung für die Geschichtsdidaktik, Schwalbach/Ts. 2016. Sebastian Barsch/Bettina Degner/Christoph Kühberger/Martin Lücke (Hrsg.), Handbuch Diversität im Geschichtsunterricht. Inklusive Geschichtsdidaktik, Frankfurt am Main 2020. Sandra Müller, Inklusion in der Geschichtsdidaktik. Ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften 1 (2017), S. 159–182. Thomas Sandkühler u. a. (Hrsg.), Geschichtsunterricht im 21. Jahrhundert: Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung, Göttingen 2018 (Beihefte zur Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, 17), S. 177–262.

Artikelaktionen