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Prof. Dr. Matthias Becher

Prof. Dr. Matthias Becher

Grundlegung Europas? Die Karolinger und das Frankenreich (Vorlesung, Nr. 504002202)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Hauptgebäude, Hörsaal III

Dauer: 16.04. bis 16.07.2020

 

Das karolingische Großreich war die erste dauerhafte Reichsgründung auf dem Boden des ehemaligen Imperium Romanum. Es erstreckte sich von Barcelona bis zur Elbe, vom Atlantik bis nach Rom. Um dieses gewaltige Reich überhaupt einigermaßen regie-ren zu können, entwickelten der König und seine Berater neue politische Strukturen und bemühten sich um eine Reform von Kirche und Gesellschaft. Im Jahr 800 erneuer-te Karl zudem das westliche Kaisertum. All dies gilt als prägend für die Geschichte des westlichen Europas.

Die Vorlesung wird einen Überblick über die Geschichte der karolingischen Epoche geben und zugleich zentrale Forschungsprobleme ansprechen. Dabei werden sowohl die inneren Strukturen des karolingischen Reiches als auch dessen Beziehungen zu anderen Großmächten der Epoche wie das Oströmische Reich oder das Kalifat angesprochen werden.

 

Literatur:

MATTHIAS BECHER, Karl der Große, München 1999 (u.ö.); JÖRG W. BUSCH, Die Herr-schaften der Karolinger 714-911, München 2011; WILFRIED HARTMANN, Karl der Große, Stuttgart 2010 (u.ö.); RUDOLF SCHIEFFER, Die Karolinger, Stuttgart 1992 (u.ö.).

 

Zwei Kaiser teilen sich die Welt. Die Franken und Byzanz (Hauptseminar, Nr. 504002246)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum I (großer Übungsraum), Konviktstraße 11

Dauer: 15.04. bis 15.07.2020

 

Im Jahr 800 wurde Karl der Große in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Damit stellte er sich in die Tradition des 476 untergegangenen weströmischen Reiches. Die ältere Forschung war sich weitgehend darin einig, dass Karl der Große eigentlich nicht Kaiser werden wollte, weil schon der Karlsbiograph Einhard geschrieben hatte, der Frankenkönig hätte Weihnachten 800 „die Kirche nicht betreten, wenn er des Paps-tes Plan (der Kaiserkrönung) hätte vorauswissen können“. Die jüngere Forschung geht dagegen von einem zielstrebigen Handeln Karls aus, da er den Vorrang des oströmi-schen Kaisers in Konstantinopel nicht länger anerkennen wollte. Auf jeden Fall gab es nun zwei Kaiser mit einem theoretischen Anspruch auf die Weltherrschaft, die in der Praxis einen Modus Vivendi finden und damit die Welt gleichsam teilen mussten.

Im Seminar soll dieses Problem auf breiter Basis behandelt und die Aussagen der ein-schlägigen erzählenden Quellen kritisch hinterfragt werden. Weiter wird es um das Ze-remoniell, die sogenannte Zwei-Kaiser-Theorie sowie die byzantinischen, römischen und fränkischen Voraussetzungen für die Kaiserkrönung gehen.

Als schriftliche Prüfungsleistung ist eine ca. 20- bis 25seitige Hausarbeit über das Thema einer Sitzung zu erstellen. Da dieses in ein festes Semesterprogramm eingebunden ist, soll die Hausarbeit auch die Kenntnis der anderen Sitzungsthemen und der Diskussion während des gesamten Semesters widerspiegeln.

 

Literatur:

MATTHIAS BECHER, Die Kaiserkrönung im Jahr 800. Eine Streitfrage zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III., in: Rheinische Vierteljahrsblätter 66 (2002), S. 1-38; PETER CLASSEN, Karl der Große, das Papsttum und Byzanz, Düsseldorf 1985; THOMAS ERTL, Byzantinischer Bilderstreit und fränkische Nomentheorie. Imperiales Handeln und dialektisches Denken im Vorfeld der Kaiserkrönung Karls des Großen, in: Frühmittelalterliche Studien 40 (2006) 13-42; JOHANNES FRIED, Papst Leo III. be-sucht Karl den Großen in Paderborn oder Einhards Schweigen, in: Historische Zeit-schrift 272 (2001), S. 281-326; PETER GODMAN u.a. (Hgg.), Am Vorabend der Kai-serkrönung. Das Epos ‚Karolus magnus et Leo papa’ und der Papstbesuch in Paderborn 799, Berlin 2002; JOHANNES PREISER-KAPELLER, Jenseits von Rom und Karl dem Großen. Aspekte der globalen Verflechtung in der langen Spätantike, 300-800 n. Chr., Wien 2018.

 

Bachelor-Kolloquium (Projektseminar, Nr. 504002242)

Termin: nach Vereinbarung

Ort: Bibliotheksraum Mittelalter, Konviktstraße 11

Dauer: Einstündiges Blockseminar nach Ankündigung

 

Die Veranstaltung dient der Begleitung Studierender, die ihre Bachelorarbeit verfassen. Sie erhalten die Gelegenheit, ihr Thema sowie die Anlage ihrer Arbeit vorzustellen und zu diskutieren.

 

Kolloquium für Masterkandidaten und Doktoranden (Kolloquium, Nr. 504002263)

Termin: dienstags, 18 bis 20 Uhr

Ort: Raum III (kleiner Übungsraum), Konviktstraße 11

Dauer: nach Akündigung

 

Die Veranstaltung dient der Vorstellung und der Diskussion laufender Dissertationen und Masterarbeiten. Ferner werden aktuelle Tendenzen der Forschung behandelt.

Als Studienleistund wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme an den Sitzungen die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier erwartet.

 

 

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