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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019 - Dr. Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

Burchard von Worms (1000-1025). Laufbahn eines Bischofs im beginnenden Hochmittelalter (Übung, Nr. 504002058)

Termin: donnerstags, 14 bis 16 Uhr

Ort: Raum 0.006, Konviktstraße 11

Dauer: 04.04.bis 11.07.2019

 

In einem „Europa der Bischöfe“ ermöglichen die Karriere und die Werke Burchards von Worms in der ausgehenden ottonischen Zeit nicht nur, die zentrale Rolle dieser geistlichen Würdenträger in den damaligen Institutionen zu zeigen, sondern auch einen Blick auf die Intensivierung der Machtstrukturen und der Herrschaftsformen zu werfen. Die Beziehungen zum König, zum Adel, zur Stadt sowie zu den Mitgliedern der bischöflichen familia werden durch Urkunden, durch das Wormser ,Hofrecht‘ und durch die Vita Burchardi thematisiert. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Kirchenrechtssammlung Burchards gewidmet, dem Dekret, dessen Wirkung im Hochmittelalter sehr groß war.                       

In der Übung werden vor allem Quellen gelesen und kommentiert (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) sowie die einschlägige Literatur vorgestellt und diskutiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein Referat über einen Aspekt des geschichtlichen Kontexts zu halten (max. 15 Min.). Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master durch eine Klausur oder das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung erbracht.

 

Die 'Erfindung' der Katharer? Neue Wege zur historischen Deutung der hochmittelalterlichen Häresien (12.-13. Jahrhundert) (Übung, Nr. 504002033)

Termin: mittwochs, 12 bis 14 Uhr

Ort: Raum 116, Konviktstraße 11

Dauer: 03.04. bis 10.07.2019

 

Die Katharer gelten als die bekanntesten Häretiker des Mittelalters. Allerdings wurde ihre Identität jüngst in der wissenschaftlichen Debatte relativiert oder sogar infrage gestellt. Sie würden teilweise ein historiographisches Konstrukt darstellen, das die Vielfältigkeit der Gruppen und der regionalen Kontexte (catharismes) verdecke. Dieses Konstrukt geht auf die Wahrnehmungen und Vorstellungen der damaligen Amtskirche zurück, deren Vertreter zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert das Feindbild dieser dualistischen Häretiker ‚erfunden‘ haben.

In der Übung werden Quellen (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) und vor allem die neueste internationale Literatur über das Thema vorgestellt und diskutiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten, und ein Referat (max. 15 Min.) zu halten. Die Prüfungsleistung wird durch eine schriftliche Hausarbeit erbracht.

 

Literatur:

Uwe Brunn, Schall und Rauch. Der Name „Katharer“ und das Gespenst der ketzerischen Gegenkirche vom Mittelalter bis in die neueste Zeit, in: Catherine Maurer/Catherine Vincent (Hrsg.), La coexistence confessionnelle en France et en Europe germanique et orientale: du Moyen âge à nos jours, Lyon 2015 (Chrétiens et sociétés. Documents et mémoires, 27), S. 27–58. Pilar Jiménez-Sanchez, Les catharismes. Modèles dissidents du christianisme medieval (XIIe-XIIIe siècles), Rennes 2008. Malcolm D. Lambert, Geschichte der Katharer: Aufstieg und Fall der großen Ketzerbewegung, Darmstadt 2001. Antonio Sennis (Hrsg.), Cathars in Question, Woodbridge/Rochester (NY) 2016.

 

Inklusionsorientierte Fragestellungen im Fach Geschichte (Plenum, Nr. 504002008)

Termin: freitags, 10 bis 12 Uhr (05.04. bis 04.06.2019)

             freitags, 10 bis 14 Uhr (21.06. bis 05.07.2019)

             freitags, 10 bis 12 Uhr (Einzeltermin 12.07.2019)

Ort: Hauptgebäude, Hörsaal XV (05.04. bis 04.06.2019)

       Raum 18, Konviktstraße 11 (21.06. bis 05.07.2019)

       Hauptgebäude, Hörsaal XV (Einzeltermin 12.07.2019)

Dauer: 05.04. bis 12.07.2019

 

Die Veranstaltung behandelt und problematisiert das inklusive Potenzial des Lernens und Lehrens von Geschichte, um ein neues Professionalitätsverständnis der Lehrkräfte einzuleiten (Punkt 14 der Bonner Erklärung zur inklusiven Bildung). Im ersten Teil des Kurses werden die Prinzipien und Ziele der schulischen Inklusion kurz erläutert und historisch kontextualisiert sowie die aktuelle Debatte in Deutschland vorgestellt. Außerdem wird auf einige allgemeine, im Geschichtsunterricht einsetzbare didaktische Strategien bzw. Methoden hingewiesen. Ferner werden spezifischere Positionen in der Geschichtsdidaktik präsentiert und die inklusiven Potenziale einiger Grundlagen der Disziplin für die Konzipierung bzw. Anpassung konkreter didaktischer Tätigkeiten dargestellt (Subjektivität, Narrativität, Grundkompetenzen zur Orientierung in der Geschichte, Gegenwartsbezug, historische Prägung der Umgebung). Diese Themen werden durch Impulsvorträge eingeführt und von den Studierenden in einem Lernportfolio bearbeitet.

Der Schwerpunkt des Kurses liegt in der Vormoderne mit besonderer Berücksichtigung von Geschichtsproblemen und Ansätzen, die historische Prozesse der Inklusion und der Exklusion thematisieren. Auf der Basis dieser Impulse werden von den Studierenden für den zweiten Teil des Kurses didaktische Projekte durch Paar- und Gruppenarbeit vorbereitet, in eCampus hochgeladen, durch Peer-Feedbacks individuell kommentiert und dann (eventuell auch in Form von Micro-Teaching) in einem Referat (max. 20 Min.) vorgestellt.

Die Studienleistung besteht aus der Bearbeitung und Vorstellung der Projekte und aus einer Klausur, in der die Studierenden mit Hilfe der Lernportfolios die vorgestellten Projekte reflexiv kontextualisieren und begründen.

 

Literatur:

Bettina Alavi/Eva-Kristina Franz, Inklusions-Material Geschichte. Klasse 5–10, Berlin 2017. Bettina Alavi/Martin Lücke (Hrsg.), Geschichtsunterricht ohne Verlierer!? Inklusion als Herausforderung für die Geschichtsdidaktik, Schwalbach/Ts. 2016. Sandra Müller, Inklusion in der Geschichtsdidaktik. Ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften, 1 (2017), S. 159–182. Hans-Jürgen Pandel, Geschichtsdidaktik. Eine Theorie für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2013. Thomas Sandkühler u. a. (Hrsg.), Geschichtsunterricht im 21. Jahrhundert: Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung, Göttingen 2018 (Beihefte zur Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, 17), S. 177–262. Kerstin Ziemen, Inklusion und »kulturhistorisches« Denken, in: Kerstin Ziemen u. a. (Hrsg.), Inklusion – Herausforderungen, Chancen und Perspektiven, Hamburg 2011, S. 9–20.

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