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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019 - Dr. Linda Dohmen

Dr. Linda Dohmen

Wer wählt den König? Zur Entstehung des Kurfürstenkollegs vom 11. bis ins 14. Jahrhundert (Übung, Nr. 504002032)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum 116, Konviktstraße 11

Dauer: 04.04. bis 11.07.2019

 

Nach der – umstrittenen – These vom deutschen Sonderweg können die Anfänge dieser Entwicklung bis ins Mittelalter und auf die Verfassung des römisch-deutschen Reiches zurückgeführt werden. Auch wenn wir gemeinhin dessen Geschichte als Aufeinanderfolge großer Dynastien wahrnehmen, handelte es sich bis zu seinem formalen Ende 1806 um eine Wahlmonarchie, bei der die Bestimmung eines neuen Herrschers als Aufgabe einer kleinen, fest definierten Gruppe von Fürsten institutionell verankert war. Dieses Kurfürstenkolleg stellt eines der zentralen Elemente der Reichsverfassung dar. Die Anfänge wie Ursachen der schleichenden und keineswegs linear verlaufenden Verengung des Wählerkreises bis hin zur schriftlichen Fixierung in der Goldenen Bulle von 1356 aber sind weiterhin unklar und sollen in der Veranstaltung an Hand einschlägiger Quellenstellen in den Blick genommen werden.

Obschon viele Quellen zur Thematik in deutscher Übersetzung vorliegen, sind gute Lateinkenntnisse für das vertiefte Verständnis mittelalterlicher Texte unabdingbar. Teilnahmevoraussetzung ist überdies die Freude an intensiver Quellenlektüre. In der Veranstaltung selbst werden rege Mitarbeit, Vor- und Nachbereitung der Sitzungen sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats erwartet. Eine Prüfungsleistung wird durch die Erstellung einer Hausarbeit erbracht.

 

Literatur:

Franz-Reiner Erkens, Kurfürsten und Königswahl. Zu neuen Theorien über den Königswahlparagraphen im Sachsenspiegel und Entstehung des Kurfürstenkollegiums (MGH Studien und Texte 30), Hannover 2002.

 

Ausgewählte lateinische Quellen zur Geschichte des Mittelalters (Übung, Nr. 504002013)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum 116, Konviktstraße 11

Dauer: 03.04. bis 10.07.2019

 

In der Veranstaltung werden mittellateinische Quellen übersetzt und besprochen, deren Schwierigkeitsgrad im Laufe des Semesters ansteigt. Zudem werden Fragen der Grammatik erörtert. Um auf das im zweiten Studienjahr anstehende Epochenmodul Mittelalter vorzubereiten, soll auch ein Überblick über die Bandbreite der verschiedenen Quellengattungen geboten werden (Annalen, Chroniken, Viten, Briefe, Urkunden, Rechtstexte etc.).

Die Teilnehmer des Kurses sollten bereits über Grundkenntnisse des Lateinischen verfügen. Auf der Homepage des Instituts für Geschichtswissenschaft ist unter http://www.igw.uni-bonn.de/studium-1/hilfen-zum-wissenschaftlichen-arbeiten ein Verzeichnis mit 222 wichtigen mittellateinischen Vokabeln hinterlegt. Die Kenntnis dieser Vokabeln wird vorausgesetzt.

Die Veranstaltung schließt mit einer Klausur (Studienleistung im Modul Grundlagen für Historiker II).

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