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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2018 - Matthias Becher

Prof. Dr. Matthias Becher

 

Einheit, Reform, Revolution. Die Salier und der Investiturstreit (Vorlesung, Nr. 504001791)

Termin: donnerstags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Hörsaal III

Dauer: 12.04.-19.07.2018

Der sogenannte Investiturstreit gilt als Erschütterung der bis dahin in der westlichen Christenheit geltenden kirchlichen und politischen Ordnung, in der die geistliche und die weltliche Sphäre nicht klar voneinander abgegrenzt waren. Die „Entzauberung der Welt”, so Stefan Weinfurter, gab den Anstoß zu einer Entwicklung, die zu einer klaren Trennung von Kirche und Staat führte. Symbolisiert wird diese Veränderung wohl am besten durch die Exkommunikation des Saliers Heinrich IV. durch Papst Gregor VII. 1076 wegen Ungehorsams. Zudem löste Gregor alle Untertanen des Herrschers von ihrer Treueverpflichtung und stellte damit die Herrschaft des Saliers insgesamt in Frage. Gregors Ziel war es, die Kirche nicht nur aus der Abhängigkeit von der weltlichen Gewalt zu lösen und das sakrale Herrschertum ottonisch-salischer Prägung zu beenden, sondern die Vorherrschaft der geistlichen über die weltliche Gewalt zu etablieren. Heinrich IV. kam allerdings nicht nur von Seiten des Papstes unter Druck, auch die deutschen Fürsten und vor allem die Sachsen waren nicht länger bereit, seine Herrschaft zu akzeptieren. Diese Auseinandersetzung führte zu einer Stärkung der Mitspracherechte geistlicher und weltlicher Fürsten bei der Regierung des Reiches. Die Gründe für diese Veränderungen sind in einem schleichenden gesellschaftlichen Wandel zu sehen, der den bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts herrschenden Grundkonsens über die kirchliche und politische Ordnung aufbrach.

 

Literatur:

Egon Boshof, Die Salier, 5. Auflage Stuttgart 2008; Werner Goez, Kirchenreform und Investiturstreit 910-1122, Stuttgart 2000; Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit, 3 Auflage München 2007; Jörg Jarnut/Matthias Wemhoff (Hrsg.), Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert - Positionen der Forschung (MittelalterStudien des Instituts zur Interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens, 13), München 2006; Stefan Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024-1125), Ostfildern 2004; Ders., Canossa. Die Entzauberung der Welt, 3. Auflage München 2007; Claudia Zey, Der Investiturstreit, München 2017.

 

Politik im Dreieck: Die Salier, die Päpste und die Fürsten (Hauptseminar, Nr. 504001848)

Termin: mittwochs, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum 114, Konviktstr. 11

Dauer: von 11.04.2018

Der sogenannte Investiturstreit gilt als Erschütterung der bis dahin in der westlichen Christenheit geltenden kirchlichen und politischen Ordnung, in der die geistliche und die weltliche Sphäre nicht klar voneinander abgegrenzt waren. Die „Entzauberung der Welt“, so Stefan Weinfurter, gab den Anstoß zu einer Entwicklung, die zu einer klaren Trennung von Kirche und Staat führte. Symbolisiert wird diese Veränderung wohl am besten durch die Exkommunikation des Saliers Heinrich IV. durch Papst Gregor VII. 1076 wegen Ungehorsams. Zudem löste Gregor alle Untertanen des Herrschers von ihrer Treueverpflichtung und stellte damit die Herrschaft des Saliers insgesamt in Frage. Gregors Ziel war es, die Kirche nicht nur aus der Abhängigkeit von der weltlichen Gewalt zu lösen und das sakrale Herrschertum ottonisch-salischer Prägung zu beenden, sondern die Vorherrschaft der geistlichen über die weltliche Gewalt zu etablieren. Heinrich IV. kam allerdings nicht nur von Seiten des Papstes unter Druck, auch die deutschen Fürsten und vor allem die Sachsen waren nicht länger bereit, seine Herrschaft zu akzeptieren. Diese Auseinandersetzung führte zu einer Stärkung der Mitspracherechte geistlicher und weltlicher Fürsten bei der Regierung des Reiches. Die Gründe für diese Veränderungen sind in einem schleichenden gesellschaftlichen Wandel zu sehen, der den bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts herrschenden Grundkonsens über die kirchliche und politische Ordnung aufbrach.

Literatur:

Egon Boshof, Die Salier, 5. Auflage Stuttgart 2008; Werner Goez, Kirchenreform und Investiturstreit 910-1122, Stuttgart 2000; Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit, 3 Auflage München 2007; Jörg Jarnut/Matthias Wemhoff (Hrsg.), Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert - Positionen der Forschung (MittelalterStudien des Instituts zur Interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens, 13), München 2006; Stefan Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier (1024-1125), Ostfildern 2004; Ders., Canossa. Die Entzauberung der Welt, 3. Auflage München 2007; Claudia Zey, Der Investiturstreit, München 2017.

 

Bachelor-Kolloquium (Projektseminar, Nr. 504001844)

Termin:

Ort:

Dauer:

Die Veranstaltung dient der Begleitung Studierender, die ihre Bachelorarbeit verfassen. Sie erhalten die Gelegenheit, ihr Thema sowie die Anlage ihrer Arbeit vorzustellen und zu diskutieren.

 

Kolloquium für Masterkandidaten und Doktoranden (Kolloquium, Nr. 504001872)

Termin: donnerstags, 16 bis 19 Uhr

Ort: Raum 116, Konviktstr. 11

Dauer:

Die Veranstaltung dient der Vorstellung und der Diskussion laufender Dissertationen und Master-Arbeiten. Ferner werden aktuelle Tendenzen der Forschung behandelt.

Als Studienleistung wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme an den Sitzungen die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier erwartet.

 

Transkulturelle Annäherungen an Phänomene von Macht und Herrschaft (Ringvorlesung)

Termin: dienstags, 18 bis 20 Uhr

Ort: Hörsaal XIII

Dauer: 17.04.-17-07.2018

Der SFB 1167 „Macht und Herrschaft – Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive“ nähert sich Erscheinungsformen von Macht und Herrschaft in Asien, Europa und dem nördlichen Afrika seit dem Sommer 2016 aus einem zweifach transkulturellen Blickwinkel: Einerseits wird durch den Rückgriff auf Wolfgang Welschs Transkulturalitätskonzept zum Ausdruck gebracht, dass ‚Kulturräume‘ niemals monolithische Einheiten bilden, sondern stets vielseitigen Einflüssen unterworfen sind und selbst Veränderungsimpulse geben. Andererseits wird zugleich der Versuch unternommen, die Grenzen der oftmals eurozentrisch geprägten wissenschaftlichen Fachkulturen zu überschreiten, um strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Phänomene aufzudecken.

In der auf mehrere Semester angelegten Ringvorlesung gewähren Teilprojektleitende, Mitarbeiter(innen) und Gäste Einblicke in die Fragestellungen und Arbeitsfelder des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs, wodurch zugleich die thematische sowie geographische Breite des Verbundes illustriert wird.

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