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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2018 - Eugenio Riversi

Dr. Eugenio Riversi

 

Inklusionsorientierte Fragestellungen im Fach Geschichte (Plenum, Nr. 504001798)

Termin: freitags, 10 bis 12 Uhr

Ort: Raum 18, Konviktstr. 11

Dauer: von 13.04.2018

Die Veranstaltung behandelt und problematisiert das inklusive Potenzial des Lernens und Lehrens von Geschichte. Im ersten Teil des Kurses werden die Prinzipien und Ziele der schulischen Inklusion kurz erläutert und historisch kontextualisiert. Außerdem wird die aktuelle Debatte in Deutschland vorgestellt und auf einige allgemeine, im Geschichtsunterricht einsetzbare didaktische Strategien hingewiesen. Ferner werden spezifischere Positionen in der Geschichtsdidaktik präsentiert und die inklusiven Potenziale einiger Grundlagen der Disziplin für die Konzipierung bzw. Anpassung konkreter didaktischer Tätigkeiten dargestellt (Subjektivität, Narrativität, Grundkompetenzen zur Orientierung in der Geschichte, Gegenwartsbezug, historische Prägung der Umgebung). Diese Themen werden durch Impulsvorträge eingeführt und von den Studierenden in einem Lernportfolio bearbeitet. Der Schwerpunkt des Kurses liegt in der Vormoderne mit besonderer Berücksichtigung von Geschichtsproblemen und Ansätzen, die historische Prozesse der Inklusion und der Exklusion thematisieren.

Auf der Basis dieser Impulse werden von den Studierenden für den zweiten Teil des Kurses didaktische Projekte vorbereitet (max. 2 Seiten), in eCampus hochgeladen, durch Peer-Feedbacks kurz kommentiert und dann (eventuell auch in Form von Micro-Teaching) in einem Referat (max. 20 Min.) vorgestellt.

Die Studienleistung besteht aus der Bearbeitung und Vorstellung der Projekte und aus einer Klausur, in der die Studierenden mit Hilfe der Lernportfolios die vorgestellten Projekte reflexiv kontextualisieren und begründen.

Literatur:

Bettina Alavi/Eva-Kristina Franz, Inklusions-Material Geschichte. Klasse 5–10, Berlin 2017; Bettina Alavi/Martin Lücke (Hrsg.), Geschichtsunterricht ohne Verlierer!? Inklusion als Herausforderung für die Geschichtsdidaktik, Schwalbach/Ts. 2016; Sandra Müller, Inklusion in der Geschichtsdidaktik. Ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Didaktik 1 (2017), S. 159-182; Hans-Jürgen Pandel, Geschichtsdidaktik. Eine Theorie für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2013; Jörn Rüsen, Historik. Theorie der Geschichtswissenschaft, Köln/Weimar/Wien 2013; Kerstin Ziemen, Inklusion und »kulturhistorisches« Denken, in: Kerstin Ziemen u. a. (Hrsg.): Inklusion – Herausforderungen, Chancen und Perspektiven, Hamburg 2011, S. 9-20.

 

Der Investiturstreit (1076-1122). Eine Einführung (Übung, Nr. 504001828)

Termin: mittwochs, 12 bis 14 Uhr

Ort: Raum 18, Konviktstr. 11

Dauer: von 11.04.2018

Der politische und institutionelle Konflikt, der als Investiturstreit bezeichnet wird, stellt eine erste Krise der Christenheit dar, die zur Entstehung der zukünftigen europäischen Identität entscheidend beigetragen hat. Der langdauernde Streit zwischen Päpsten und Kaisern entstand inmitten komplexer Prozesse von Wachstum und Entwicklung, die viele Regionen des früheren karolingischen Reichs zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert geprägt haben und in den kirchlichen Institutionen unter dem Begriff der Reform zusammengefasst werden. Der Kurs beschreibt die komplexe Voraussetzung des Konflikts, folgt seinem politischen und militärischen Ablauf und analysiert beispielhaft die Produktion einer Publizistik, die die Entstehung einer ersten komplexen und integrierten Form der public sphere zeigt.        

In der Übung werden Quellen (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen), und die einschlägigen historiographischen Probleme vorgestellt und diskutiert. Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten, die Erstellung einer thematischen Bibliographie (eine Liste mit 10-15 Titeln) und ein Referat (max. 15 Min.). Die Prüfungsleistung wird durch eine schriftliche Hausarbeit erbracht.

Literatur:

Werner Goez, Kirchenreform und Investiturstreit, 910–1122, Stuttgart/Berlin/Köln 2000; Leidulf Melve, Inventing the Public Sphere. The Public Debate During the Investiture Contest (c. 1130–1122), 2 Vols., Leiden 2007; Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit, München 2010; Claudia Zey, Der Investiturstreit, München 2017.

 

Elisabeth von Schönau im Kontext: Die religiöse Erfahrung einer Visionärin des 12. Jahrhunderts und ihr sozialer Raum (Übung, Nr. 504001862)

Termin: donnerstags, 14 bis 16 Uhr

Ort: Raum 0.006, Konviktstr. 11

Dauer: von 12.04.2018

Elisabeth, Nonne im Doppelkloster Schönau im Taunus, erlebte seit Anfang der 1150er Jahre eine besondere religiöse Erfahrung, die von Ekstasen und Visionen geprägt war. Diese Erfahrung fand Resonanz in der damaligen Öffentlichkeit durch die Vermittlungen des Abtes Hidelin und vor allem ihres Bruders Ekbert, vormals Kanoniker in Bonn und anschließend Mönch in Schönau. Die Zusammenarbeit zwischen Elisabeth und Ekbert führte zur erfolgreichen Verbreitung einiger Texte, die zwar theologische Probleme betrachten, aber die auch Einblicke in den sozialen Kontext erlauben, in dem die Geschwister handelten. Die Visionsbücher, das Buch der Gotteswege, das Buch über die heilige Ursula von Köln, Elisabeths Briefe sowie die Werke Ekberts bieten eine interessante Perspektive auf soziale Netzwerke und auf weitere Aspekte der Religiosität, darunter die Verbreitung von Gruppen religiöser Abweichler, die zum ersten Mal in diesen Texten als Katharer bezeichnet wurden.

In der Übung werden vor allem die Texte Elisabeths und andere Quellen gelesen und kommentiert (lateinischer Text und, soweit vorhanden, deutsche/englische Übersetzungen) sowie die einschlägigen historiographischen Probleme vorgestellt und diskutiert.

Erwartet wird die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und ein Referat über einen Aspekt des Themas (max. 15 Min.) am Ende des Kurses in Form eines Vortrags in einer Abschlussveranstaltung zu halten. Die Prüfungsleistung wird im fachwissenschaftlichen Master durch das Verfassen eines Protokolls in Form eines Essays und im Master für das Lehramt durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung erbracht.

Literatur:

Anne L. Clark, Elisabeth of Schönau, in: Alastair J. Minnis/Rosalynn Voaden (Hrsg.), Medieval Holy Women in the Christian Tradition, c. 1100-c. 1500, Turnhout 2011, S. 371–392; Giles Constable, The Reformation of the Twelfth Century, Cambridge 1996; Peter Dinzelbacher, Mittelalterliche Frauenmystik, Paderborn 1993, S. 78–101; Franz J. Felten, Frauenklöster und -stifte im Rheinland im 12. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Frauen in der religiösen Bewegung des hohen Mittelalters, in: Stefan Weinfurter (Hrsg.), Reformpolitik und Reformidee im spätsalisch-frühstaufischen Reich (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 68), Mainz 1992, S. 189–300; Joachim Kemper, Das benediktinische Doppelkloster Schönau und die Visionen Elisabeths von Schönau, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 54 (2002), S. 55–102.

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