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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016 - Matthias Becher

Prof. Dr. Matthias Becher

 

Von der Spätantike zum Frühmittelalter. Das Zeitalter der Merowinger (Vorlesung, Nr. 504001415)

Termin: Donnerstags, 10-12 Uhr

Ort: Hörsaal III (Hauptgebäude)

Dauer: von 21.04.2016

Die Franken entwickelten sich im Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter aus kleinsten Anfängen zur dominierenden Macht im westlichen Europa. Mit den Eroberungen Chlodwigs (481/82-511) und seiner Söhne traten sie das Erbe des untergegangenen Weströmischen Reiches an. Im Frankenreich entwickelten sich Strukturen wie die Grundherrschaft und die Vasallität, vor allem aber auch die enge Bindung von Staat und Kirche, die die weitere Geschichte Westeuropas maßgeblich bestimmen sollten. In der Vorlesung soll es darum gehen, die Entwicklung der Franken vom „Stammesschwarm“ zum Großreich von der Mitte des 3. bis ins 6. Jahrhundert nachzuzeichnen.

Literatur: Matthias Becher, Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt, München 2011; Patrick J. Geary: Die Merowinger, München 1996; Eugen Ewig, Die Merowinger und das Frankenreich, Stuttgart 52006; Ulrich Nonn, Die Franken, Stuttgart 2010; Friedrich Prinz, Europäische Grundlagen deutscher Geschichte (4.-8. Jahrhundert), in: Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte 1, Stuttgart 102004, S. 147-616; Sebastian Scholz, Die Merowinger, Stuttgart 2015.

 

Bachelorkolloquium (Projektseminar, Nr. 504001448)

Termin: Blockseminar n. V., 1stündig

Ort: Bibliotheksraum Mittelalter

Dauer: -

Die Veranstaltung dient der Begleitung Studierender, die ihre Bachelorarbeit verfassen. Sie erhalten die Gelegenheit, ihr Thema sowie die Anlage ihrer Arbeit vorzustellen und zu diskutieren. 

 

Migration als Geburtsfehler? Die Poströmischen Regna in Spätantike und Frühmittelalter (Hauptseminar, Nr.: 504001456)

Termin: Mittwochs, 10-12 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Dauer: von 13.04.2016

Das Frühmittelalter war durch einen nachhaltigen politischen Umbruch gekennzeichnet, den Untergang des Weströmischen Reiches und die Entstehung neuer Reiche auf seinem Boden. Diese wurden von Völkern germanischer Sprache gegründet, die zuvor eine teilweise sehr weite Wanderung zurückgelegt hatten. Allerdings ist zu beobachten, dass diese Reiche nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder verschwanden: Das Reich der Visigoten im südlichen Gallien existierte knapp 90 Jahre, die Ostgoten herrschten in Italien nicht länger als 60 Jahre, das Reich der Burgunder an der Rhone existierte rund 100 Jahre und das Reich der Vandalen in Nordafrika bestand schließlich ebenfalls nur gut 100 Jahre. Migration scheint also keine gute Voraussetzung für eine Herrschaftsbildung gewesen zu sein, so eine jüngst formulierte These, die in der Feststellung mündet, der Beitrag dieser Völker bzw. Reiche zur weiteren Entwicklung Europas sei vergleichsweise gering gewesen. In dem Seminar sollen zunächst diese Reichsbildungen kritisch unter die Lupe genommen werden, um anschließend die Tragfähigkeit der skizzierten Forschungsposition zu prüfen.

Literatur: Michael Borgolte, Mythos Völkerwanderung. Migration oder Expansion bei den „Ursprüngen Europas“, in: Viator Multilingual 41 (2010), S. 23-47; ND in: Ders., Mittelalter in der größeren Welt: Essays zur Geschichtsschreibung und Beiträge zur Forschung, Berlin 2014, S. 445-474; Verena Postel, Die Ursprünge Europas. Migration und Integration im frühen Mittelalter, Stuttgart 2004; Walter Pohl, Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Stuttgart 2002.

Als Studienleistung wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme an den Sitzungen die Übernahme eines Referats mit Thesen- und Quellenpapier erwartet.

Als schriftliche Prüfungsleistung ist eine ca. 20 bis 25seitige Hausarbeit über das Thema einer Sitzung zu erstellen. Da dieses in ein festes Semesterprogramm eingebunden ist, soll die Hausarbeit auch die Kenntnis der anderen Sitzungsthemen und der Diskussion während des gesamten Semesters widerspiegeln.

 

Von Barbaren und Häretikern. Bischof Gregor von Tours (538/9-594) als Chronist seiner Zeit (Übung, Nr.: 504001464)

Termin: Dienstags, 18-20 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Dauer: von 12.04.2016

Gregor von Tours († 594) gehört mit seinen Decem libri historiarum zu den meistgelesenen Geschichtsschreibern des Frühmittelalters. Der Bischof berichtet nicht nur über zurückliegende Jahrhunderte, sondern zeichnete als Zeitzeuge das politische Geschehen im Frankenreich des 6. Jahrhunderts auf, und gibt darüber hinaus auch wichtige Einblicke in das Alltagsleben und die Mentalität seiner Zeit. In der Veranstaltung soll dieses zentrale Werk der frühmittelalterlichen Historiographie vorgestellt und ausgewählte Passagen interpretiert werden.

Literatur: Martin Heinzelmann, Gregor von Tours (538-594). „Zehn Bücher Geschichte“. Historiographie und Gesellschaftskonzept im 6. Jahrhundert, Darmstadt 1994; The World of Gregory of Tours, hg. von Kathleen Mitchell – Ian N. Wood (Cultures, beliefs and traditions. Medieval and early modern peoples 8), Leiden 2002.

Als Studienleistung wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme an den Sitzungen die Übernahme eines Referats mit Thesen- und Quellenpapier erwartet.

Als schriftliche Prüfungsleistung ist in den Vertiefungsmodulen I-III ein fünfseitiges Protokoll über ein Sitzungsthema zu erbringen. Da das Thema in ein festes Semesterprogramm eingebunden ist, soll das Protokoll auch die Kenntnis der anderen Sitzungsthemen und der Diskussion während des gesamten Semesters widerspiegeln. Im Vertiefungsmodul IV ist eine mündliche Prüfung abzulegen.

 

Colloquium für Doktoranden und Examenskandidaten (Kolloquium, Nr.: 504001473)

Termin: Donnerstags, 16-19 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Dauer: -

Die Veranstaltung dient der Vorstellung und der Diskussion laufender Dissertationen und Master-Arbeiten. Ferner werden aktuelle Tendenzen der Forschung behandelt.

Als Studienleistung wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme an den Sitzungen die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier erwartet.

 

 

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