Sie sind hier: Startseite Lehre Sommersemester 2012 Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2012 - Matthias Becher

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2012 - Matthias Becher

Prof. Dr. Matthias Becher

Kreuzzüge und Kreuzfahrerstaaten im 12. Jahrhundert (Vorlesung, Nr.: 504000698)

Termin: Donnerstags, 10-12 Uhr

Ort: HS III

Dauer: 05.04.2012 bis 12.07.2012

Am 27. November 1095 rief Papst Urban II. in Clermont die abendländische Christenheit zu einem militärischen Unternehmen auf, das später als der „Erste Kreuzzug“ bezeichnet wurde. In mehreren Wellen brachen etliche Kontingente mit Angehörigen aller gesellschaftlichen Stände auf, weniger um den östlichen Christen – wie zumindest vom Papst gefordert – in ihrem Kampf gegen die muslimischen Türken beizustehen, als vielmehr ins Heilige Land zu ziehen und schließlich am 15. Juli 1099 Jerusalem zu erobern. Es gelang ihnen, insgesamt vier Kreuzfahrerstaaten in Syrien und Palästina zu etablieren. Ihre Beziehungen zu den muslimischen Nachbarn waren zwar vor allem kriegerischer Natur, aber beiden Seiten gelang es wenigstens zeitweise auch, einen Modus vivendi zu finden. In der Vorlesung wird zunächst ein Überblick über die christlich-islamischen Beziehungen vor 1099 gegeben, dann nach der Entstehung des Kreuzzugsgedankens gefragt und schließlich die Geschichte der einzelnen Kreuzzüge und der Kreuzfahrerstaaten im 12. Jahrhundert behandelt.

Literatur:

N. Jaspert, Die Kreuzzüge (Geschichte kompakt, 2. Aufl. 2004).

H. E. Mayer, Geschichte der Kreuzzüge (Urban TB 86, 9. Aufl. 2000).

J. Riley-Smith, The Crusades: A Short History (1987; auch als Paperback-Ausgabe erhältlich).

S. Runciman, A History of the Crusades, 3 Bde. (1951-54; auch als Taschenbuch und in deutscher Übersetzung erhältlich).

Ausführliche Literatur- und Quellenliste zur Vorlesung (PDF-Version)

 

"Herrschaft" als Schlüsselbegriff zum Verständnis des Mittelalter (Hauptseminar, Nr.: 504000751)

Termin: Mittwochs, 10-12 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Beginn: 04.04.2012

Nach der Definition von ‚Herrschaft’ durch Max Weber wurde der Begriff vor allem von der deutschen historischen Mediävistik in modifizierter Form aufgegriffen und für die Erforschung des europäischen Mittelalters fruchtbar gemacht. Die sogenannte „Neue Deutsche Verfassungsgeschichte“ mit Otto Brunner an der Spitze erhob ihn gar zur zentralen Deutungskategorie für das Mittelalter überhaupt. Das Ende des Weströmischen Reiches markiere demnach auch das Ende eines organisierten Staates, der mit dem Beginn des Frühmittelalters durch die Herrschaftsverbände von Königen und Adligen abgelöst worden sei. Für deren Zusammenhalt seien nicht mehr institutionelle, transpersonale, sondern personale Bindungen entscheidend gewesen. Das gesamte politische und gesellschaftliche Leben sei nicht von staatlichen Strukturen geprägt gewesen, sondern von persönlichen Beziehungen, etwa im Rahmen der Gefolgschaft oder des Lehnswesens. Mehr noch: Jede Fähigkeit, zwischen „öffentlich“ und „privat“ gedanklich überhaupt zu trennen, sei verloren gegangen. In dem Seminar sollen grundlegende Aufsätze zum Thema und eine kritische Einordnung dieses Forschungsansatzes versucht werden.

Literatur:

O. Brunner, Land und Herrschaft. Grundfragen der territorialen Verfassungsgeschichte Österreichs im Mittelalter (5. Aufl. 1965, zuerst 1939).

Herrschaft und Staat im Mittelalter, hg. von H. Kämpf (Wege der Forschung 2, 1956).

H.-W. Goetz, Die Wahrnehmung von ‚Staat‘ und ‚Herrschaft‘ im frühen Mittelalter, in: Staat im frühen Mittelalter, hg. von S. Airlie/W. Pohl/H. Reimitz (Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 334 = Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 11, 2006) S. 39-58.

 

Bachelor-Kolloquium (Seminar, Nr.: 504000740)

Termin: Mittwochs, 14-16 Uhr

Ort: 0.006 (Konviktstr. 11)

Beginn: 11.04.2012

Die Veranstaltung dient der unterstützenden Begleitung für Studierenden, die ihre Bachelorarbeit verfassen. Sie erhalten die Gelegenheit, ihr Thema insgesamt und die Anlage ihrer Arbeit vorzustellen.

 

Colloquium für Masterkandidaten und Doktoranden (Oberseminar, Nr.: 504000765)

Termin: Donnerstags, 16-19 Uhr

Ort: Raum 116 (Konviktstr. 11)

Beginn: 12.04.2012

Die Veranstaltung dient der Prüfungsvorbereitung. Zu diesem Zweck sollen die Teilnehmer entweder neueste Forschungen zu einem ausgewählten Problem der mittelalterlichen Geschichte oder ihre Master- bzw. Doktorarbeiten vorstellen.

Artikelaktionen