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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2010 - Linda Dohmen

Linda Dohmen, M.Phil.

Karolingische Geschichtsschreibung (Übung Nr. 50400378)

Epochenmodul Mittelalter (Bachelor)

Zeit: Do 16-18

Ort: Institut für Geschichtswissenschaft, Raum III (Kleiner Übungsraum)

Beginn: 15. April 2010


Historiographische Schriften zählen zweifellos zu den wichtigsten Quellen zur Geschichte des Mittelalters und insbesondere des als eher ‚quellenarm’ geltenden Frühmittelalters. Auch im Hinblick auf die Methoden der Geschichtswissenschaft kommt der Historiographie, die stets ein subjektives Geschichtsbild bietet, besondere Bedeutung zu, denn an ihr ist die moderne Quellenkritik entwickelt worden. Unter der Herrschaft der Karolinger im 8. und 9. Jahrhundert erlebte diese Form der verschriftlichten historischen Erinnerung eine Blütezeit. 

Der Schwerpunkt der Übung liegt auf der Methode der Quellenkritik, die im Sinne der Veranstaltungsart „geübt“ werden soll. Dabei sollen grundsätzliche Wesenszüge mittelalterlicher und konkret karolingischer Historiographie herausgearbeitet sowie unterschiedliche Zugriffsarten (z.B. verfassungs-, kirchen- oder sozialgeschichtliche Fragestellungen) am konkreten Beispiel erprobt werden.

Obschon die bedeutendsten Geschichtswerke der Karolingerzeit in der Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe in zweisprachiger Form vorliegen, sind gute Lateinkenntnisse für das vertiefte Verständnis mittelalterlicher Quellen unabdingbar und daher Teilnahmevoraussetzung. In der Veranstaltung selbst wird rege Mitarbeit, sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form (auch Übersetzung lateinischer Quellenpassagen) sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats erwartet. Eine Prüfungsleistung wird darüberhinaus durch die Erstellung einer Hausarbeit erbracht.

Für diese Veranstaltung findet eine elektronische Anmeldung statt. Über die Modalitäten wird rechtzeitig durch Aushänge und Hinweise auf der Homepage des Instituts für Geschichtswissenschaft informiert.


Literaturhinweise:

- Hans-Werner Goetz, Vergangenheitswahrnehmung, Vergangenheitsgebrauch und Geschichtssymbolismus in der Geschichtsschreibung der Karolingerzeit, in: Ideologie e pratiche del reimpiego nell'alto medioevo: 16-21 aprile 1998 (Settimane di studio del Centro Italiano di Studi sull’Alto Medioevo 46), Spoleto 1999, S. 177-225.

- Lars Hageneier, Jenseits der Topik. Die karolingische Herrscherbiographie (Historische Studien 483), Husum 2004.

- Hartmut Hoffmann, Untersuchungen zur karolingischen Annalistik (Bonner historische Forschungen 10), Bonn 1958.

- Wilhelm Wattenbach/Wilhelm Levison, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter. Vorzeit und Karolinger, Hft.1-2 unv. Ndr. Weimar 1952/53, Hft.3-6 bearb. v. Heinz Löwe [„Wattenbach-Levison-Löwe“], Weimar 1957-90.

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