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DFG-Projekt: Saraceni, Mauri, Agareni, ... in lateinisch-christlichen Quellen des 7. bis 11. Jahrhunderts

 

Im Rahmen der arabischen Expansion, die ihren Anfang im 7. Jahrhundert nahm und die Eroberer bis auf das europäisches Festland führte, wurde auch die islamische Religion verbreitet. Bereits die entstehende geographische Nähe förderte Kontakte zwischen der ansässigen christlichen Bevölkerung und den sog. Sarazenen, die in lateinisch-christlichen Werken vergleichsweise häufig beschrieben werden. Die Forschung hat insbesondere der Kreuzzugszeit zahlreiche Untersuchungen gewidmet, sodass unser heutiges Islambild des lateinisch-christlichen Westens stark geprägt durch die Erfahrungen und Kontakte während der Kreuzzüge ist. Dagegen liegen bislang nur wenige Studien vor, die die Darstellung der Sarazenen in lateinisch-christlichen Quellen der Vorkreuzzugszeit in den Blick nehmen.
 
Das online Repertorium Saracenorum bietet nun in Form eines Semantic MediaWiki eine umfangreiche Sammlung von Berichten über Saraceni, Mauri, Agareni, … in lateinisch-christlichen Quellen des 7. bis 11. Jahrhunderts. Jede Nachricht wurde einzeln im Volltext und in Übersetzung erfasst und wissenschaftlich aufbereitet. Die Verschlagwortung mittels Kategorien und Attributen erleichtert den Zugriff und die Suche, Zusatzinformation werden mittels Open Linked Data integriert. Das Repertorium Saracenorum ist in Zusammenarbeit mit demCologne Center for eHumanities, Universität zu Köln entstanden.
 
 
In einer eigenständigen Studie wurden die Darstellungsweisen von sog. Sarazenen aus der Zeit Ottos I. untersucht. Sie verweist auf einen bereits der Bibel zugrunde gelegten Antagonismus zwischen den Nachkommen Isaaks und Ismaels, auf den die mittelalterlichen Verfasser rekurrieren, und zeigt, dass die Diskreditierung politischer Gegner mithilfe religiöser Feindbilder bereits im früheren Mittelalter ein wirksames und viel genutztes Mittel der politischen Propaganda war.
 

 

 

Das Projekt wurde zwischen 2013 und 2017 von der DFG gefördert.
 
Pressemitteilung der Universität Bonn vom 10.12.2021:
 
 
 
Projektleitung:
 
 
 
Projektmitarbeiter*innen:
 
Dr. Katharina Gahbler (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Lukas Müller (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
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