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DFG-Projekt: Gallien zwischen imperium und regna. Die Darstellung von Kontingenz und ihrer Bewältigung

Das Projekt rückt mit den gallischen Briefsammlungen des Sidonius Apollinaris, des Ruricius von Limoges und des Avitus von Vienne aus dem späten 5. und frühen 6. Jahrhundert Quellen in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses, die zwar von der Forschung bereits vielfach – vor allem in Ausschnitten – herangezogen wurden, aber bisher noch keine systematische Gesamtanalyse erfuhren. Mit dem Begriff der ‚Kontingenz‘ wird zudem eine heuristisch vielversprechende Alternative zu den in der Forschung anhaltend kontrovers diskutierten Modellen des Untergangs, der Kontinuität und der Transformation des weströmischen Reiches eingeführt. Durch die Untersuchung der Darstellung von Kontingenz und ihrer Bewältigung in den Briefsammlungen liegt der Fokus des Projekts vor allem auf der Wahrnehmung der gallo-römischen Zeitgenossen und ihrer literarischen Verarbeitung. Die methodisch fundierte Analyse der Erzählweisen der Briefsammlungen erlaubt es dabei, sowohl die interne Werkstruktur der jeweiligen Briefsammlung und jeweilige textimmanente Entwicklungen herauszuarbeiten, als auch einen intertextuellen Vergleich der drei Briefsammlungen untereinander vorzunehmen. So wird ein bisher ausstehender Beitrag zur Erforschung der literarischen Kommunikation, der möglichen Veränderung von Perzeptions- und Deutungsmustern im Gallien des späten 5. und frühen 6. Jahrhunderts geliefert.

 

Gaul between imperium and regna. The representation of contingency and its coping

The project focuses on the gallic letter collections of Sidonius Apollinaris, Ruricius of Limoges and Avitus of Vienne from the late 5th and early 6th century. Up until today research interests mainly concentrated on individual letters or individual sections of letters but a systematic overall analysis is still lacking. Furthermore in using the term ‚contingency‘ a heuristically promising alternative to the controversial models of decline, continuity and transformation of the Western Roman Empire is introduced by the project. By means of examining the textual representation of contingency and its coping the project studies primarily the perception of the gallo-roman contemporaries and its literary conversion. The methodical approach of the project to analyse the narrational mode of the letter collections allows on the one hand to examine the internal structure of the respective letter collection and its respective immanent developments and on the other hand to compare the three letter collections. Thus providing an as yet missing contribution to the research of literary communication and of possible changes of perception and interpretation patterns in late 5th and early 6th century Gaul.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Matthias Becher

 

 

Projektmitarbeiter:

Hendrik Hess, M.St., M.A.

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