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Laufende Forschungsprojekte

Demokratie und Diktatur im Weltkonflikt. Internationale Beziehungen 1919-1945 (Monographie)

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Kießling

Ziel des Projekts ist eine Gesamtdarstellung der internationalen Beziehungen der Jahre 1919 bis 1945 unter globaler Perspektive. Diese entsteht als Band 8 des Handbuchs der Geschichte der internationalen Beziehungen, das im Verlag Ferdinand Schöningh erscheint. Mit einem Umfang von 400 – 500 Textseiten dient die Darstellung nicht nur der zuverlässigen Information auf dem aktuellen Stand der Forschung, sondern erhebt darüber hinaus Anspruch auf ein klares monographisches Profil: Eine moderne Gesamtdarstellung der internationalen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit muss sich nicht nur mit einer ungewöhnlichen Dichte von diplomatisch-außenpolitischen Ereignissen und einer hohen Geschwindigkeit der Entwicklungen auseinandersetzen, sondern auch mit der ungewöhnlich engen Verbindung von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dimensionen. Hinzu kommen die Entstehung und erste Erprobung neuer Formen der internationalen Politik sowie die Veränderungen in der Beziehungsstruktur der verschiedenen Weltregionen zueinander, die nicht nur, aber doch zu einem erheblichen Teil vom Ersten Weltkrieg in Gang gesetzt worden waren. Besondere Schwerpunkte der Darstellung werden entsprechend im Bereich der systematischen Aspekte des internationalen Systems sowie in einer vertieften Analyse der Internationalisierungs- bzw. Globalisierungsprozesse der Zeit liegen.

 

Die Bundesanwaltschaft und die NS-Zeit - Studie zur Erforschung der Vergangenheit des Generalbundesanwalts in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland (Verbundprojekt/Drittmittelprojekt)

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Friedrich Kießling / Prof. Dr. Christoph Safferling, Universität Erlangen-Nürnberg

Als Erste in der Bundesjustiz hat die Bundesanwaltschaft eine Forschungsstudie zu ihrer Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik in Auftrag gegeben. Durchgeführt wird die Studie von dem Historiker Professor Dr. Friedrich Kießling vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und den Rechtswissenschaftlern um Professor Dr. Christoph Safferling vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Gemeinsam werden die Wissenschaftler die Anfänge der Bundesanwaltschaft nach dem 2. Weltkrieg bis zum Ende der Amtszeit von Generalbundesanwalt Ludwig Martin im Jahr 1974 erforschen. Sie sollen unter anderem klären, wie die Bundesanwaltschaft mit den aus dem Dritten Reich resultierenden persönlichen und politischen Belastungen umgegangen ist. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, welche und wie viele nationalsozialistisch belastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Anfangszeit der Behörde an welchen Stellen tätig waren und welchen Einfluss dies gegebenenfalls auf die Arbeit der Bundesanwaltschaft hatte. Dazu gewährt die Bundesanwaltschaft den Forschern Einblick in die Personalakten der bei der Behörde in den ersten zwei Jahrzehnten Beschäftigen, darunter auch die von Wolfgang Fränkel, der 1962 nur drei Monate nach seiner Ernennung zum Generalbundesanwalt wegen seiner Tätigkeit bei der Oberreichsanwaltschaft und seiner damit verbundenen Beteiligung an Todesurteilen in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Der Abschluss des Forschungsprojekts ist für Anfang 2020 anvisiert.

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