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Laufende Forschungsprojekte

Demokratie und Diktatur im Weltkonflikt. Internationale Beziehungen 1919-1945 (Monographie)

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Kießling

Ziel des Projekts ist eine Gesamtdarstellung der internationalen Beziehungen der Jahre 1919 bis 1945 unter globaler Perspektive. Diese entsteht als Band 8 des Handbuchs der Geschichte der internationalen Beziehungen, das im Verlag Ferdinand Schöningh erscheint. Mit einem Umfang von 400 – 500 Textseiten dient die Darstellung nicht nur der zuverlässigen Information auf dem aktuellen Stand der Forschung, sondern erhebt darüber hinaus Anspruch auf ein klares monographisches Profil: Eine moderne Gesamtdarstellung der internationalen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit muss sich nicht nur mit einer ungewöhnlichen Dichte von diplomatisch-außenpolitischen Ereignissen und einer hohen Geschwindigkeit der Entwicklungen auseinandersetzen, sondern auch mit der ungewöhnlich engen Verbindung von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dimensionen. Hinzu kommen die Entstehung und erste Erprobung neuer Formen der internationalen Politik sowie die Veränderungen in der Beziehungsstruktur der verschiedenen Weltregionen zueinander, die nicht nur, aber doch zu einem erheblichen Teil vom Ersten Weltkrieg in Gang gesetzt worden waren. Besondere Schwerpunkte der Darstellung werden entsprechend im Bereich der systematischen Aspekte des internationalen Systems sowie in einer vertieften Analyse der Internationalisierungs- bzw. Globalisierungsprozesse der Zeit liegen.

 

Von der Zivilmacht zum europäischen Hegemon? Bundesdeutsche außenpolitische Rollen aus geschichts- und politikwissenschaftichen Perspektiven (Tagung, Mai 2018)

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Kießling in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Brummer, Lehrstuhl für Internationale Beziehungen der KU

Die Tagung nimmt ihren Ausgangspunkt von der gleichermaßen für Politik- wie Geschichtswissenschaft wichtigen Überlegung, dass die Außenbeziehungen eines Landes nicht nur von materiellen Größen bestimmt werden, von Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft, vielleicht auch Geografie, und auch nicht nur von klassischen Macht- und Interessenkalkulationen, seien sie außen- oder innenpolitisch bestimmt, sondern dass ein weiterer Faktor wichtig ist, nämlich gesellschaftlich gebildete Sinnkonstruktionen. Auf diese Weise wird die Frage der Vorstellungen davon, welche Position das eigene Land im internationalen System hat oder auch haben soll, von Bedeutung. Die am 4. und 5. Mai 2018 in Eichstätt stattfindende Tagung nimmt solche Überlegungen aus Politik- und Geschichtswissenschaft auf und fragt, welche Rollen historisch in der Bundesrepublik zu fassen sind, wie sie sich verändert – und damit möglicherweise „normalisiert“ – haben und welche Bedeutung ihnen für die heutige Sicht auf die bundesdeutsche Position in den internationalen Beziehungen zukommt. Dabei wird auch versucht, entsprechende geschichts- wie politikwissenschaftliche Überlegungen stärker als bisher ins Gespräch zu bringen.

 

Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Verbundprojekt/Drittmittelprojekt)

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Kießling

Ziel der Arbeit der unabhängigen Historikerkommission ist die Erforschung der Geschichte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Kontext der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dabei sollen insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt werden: Die Wiederbegründung des Ministeriums im Jahr 1949; die Geschichte seiner Vorgängerinstitutionen; die Frage nach der personellen und sachlichen Kontinuität bzw. Diskontinuität; die Haltung zu seinen Vorgängerinstitutionen; die Rolle der Verbände; die zeitlich parallelen Entwicklungen in der Deutschen Demokratischen Republik. Der Schwerpunkt der Arbeit am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt liegt bei der Erforschung der Wiederbegründung des Ministeriums 1949 sowie der Entwicklung in der frühen Bundesrepublik. Im Mittelpunkt stehen Fragen der staatlichen Personalpolitik in der Nachkriegszeit ebenso wie ideengeschichtliche Kontinuitäten, Fragen sachlicher wie struktureller Kontinuität und Diskontinuität in obersten Bundesbehörden nach 1945 sowie die beginnende Europäisierung der Landwirtschaftspolitik in den 1950er und 1960er Jahren.

 

Die Bundesanwaltschaft und die NS-Zeit - Studie zur Erforschung der Vergangenheit des Generalbundesanwalts in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland (Verbundprojekt/Drittmittelprojekt)

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Friedrich Kießling / Prof. Dr. Christoph Safferling, Universität Erlangen-Nürnberg

Als Erste in der Bundesjustiz hat die Bundesanwaltschaft eine Forschungsstudie zu ihrer Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik in Auftrag gegeben. Durchgeführt wird die Studie von dem Historiker Professor Dr. Friedrich Kießling vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und den Rechtswissenschaftlern um Professor Dr. Christoph Safferling vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Gemeinsam werden die Wissenschaftler die Anfänge der Bundesanwaltschaft nach dem 2. Weltkrieg bis zum Ende der Amtszeit von Generalbundesanwalt Ludwig Martin im Jahr 1974 erforschen. Sie sollen unter anderem klären, wie die Bundesanwaltschaft mit den aus dem Dritten Reich resultierenden persönlichen und politischen Belastungen umgegangen ist. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, welche und wie viele nationalsozialistisch belastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Anfangszeit der Behörde an welchen Stellen tätig waren und welchen Einfluss dies gegebenenfalls auf die Arbeit der Bundesanwaltschaft hatte. Dazu gewährt die Bundesanwaltschaft den Forschern Einblick in die Personalakten der bei der Behörde in den ersten zwei Jahrzehnten Beschäftigen, darunter auch die von Wolfgang Fränkel, der 1962 nur drei Monate nach seiner Ernennung zum Generalbundesanwalt wegen seiner Tätigkeit bei der Oberreichsanwaltschaft und seiner damit verbundenen Beteiligung an Todesurteilen in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Der Abschluss des Forschungsprojekts ist für Anfang 2020 anvisiert.

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