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Laufende Projekte

 

„Und dennoch katholisch?“ Zwischen Treue und Kritik. Walter Dirks als katholischer Intellektueller 1945-1991 (Arbeitstitel)

Der katholische Intellektuelle Walter Dirks (1901-1991) zählt zu den bedeutendsten und schaffensstärksten deutschen Publizisten des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Schlüsselfigur des linken Katholizismus in Deutschland und agierte als gläubiger Christ und überzeugter Sozialist „zwischen den Stühlen“, „zwischen den Denkansätzen“ und „zwischen den Parteien“.

Als kritischer Beobachter und scharfzüngiger Kommentator kirchlicher, gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen verstand er sich als unabhängige, aber dezidiert katholische Stimme. Zeitgenössisch ist er als solche wahrgenommen worden, die Forschung hat ihn bisher zu Unrecht unter Vernachlässigung der katholischen Perspektive besprochen. Für die Periode der Bundesrepublik fehlt es insgesamt an Untersuchungen zu Walter Dirks und seinem Werk, bis heute steht insbesondere eine systematische Bearbeitung seiner zweiten Lebenshälfte in Hinblick auf das ungeklärte Verhältnis von Kirche, Gesellschaft und Politik in den ereignisreichen Zeiträumen der Nachkriegszeit, des Zweiten Vatikanischen Konzils und der „langen“ 1960er Jahre aus.

Diesem wesentlichen Desiderat der neueren Intellektuellengeschichte und der zeitgeschichtlichen Katholizismusforschung will sich mein Dissertationsprojekt annehmen und den Intellektuellen Walter Dirks über den Zugriff seines Katholizismus‘ und seiner Katholizität untersuchen.

Entlang aktueller Forschungstrends um Modernisierung und Pluralisierung in Kirche und Gesellschaft versteht sich diese Arbeit dabei als ideengeschichtlich und biographisch orientierte Studie über das Denken und Wirken des Walter Dirks innerhalb von Kirche, Gesellschaft und Politik der Jahre 1945 bis 1991.

Sie möchte die Rand- und Außenseiterbiographie des katholischen Intellektuellen Walter Dirks für eine moderne und zeitgeschichtlich orientierte Forschung zur Ideen- und Intellektuellengeschichte fruchtbar machen, die sowohl im Kontext der Wechselwirkungen zwischen Kirche und Politik als auch im Zusammenhang von Debatten um Kontinuität und Umbruch in Kirche und Gesellschaft anhand eines biographischen Zugriffs Allgemeines zeigen kann.

 

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