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Studienfahrt zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Nordfrankreich

Studienfahrt zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Nordfrankreich (Somme, Picardie, Artois) 

 

  • Anlässlich 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkriegs unternahm eine Gruppe Studierender organisiert durch den Lehrstuhl vom 3. bis 5. September 2014 eine Exkursion zu den Schlachtfeldern in Nordfrankreich.
  • Hierbei wurden insbesondere die Schauplätze der Schlacht an der Somme (1. Juli 1916 - 18. November 1916) und der Schlacht bei Arras (9. April 1917 - 16. Mai 1917), die damaligen Frontstädte Péronne, Amiens und Arras sowie die heutigen Erinnerungsorte und Soldatenfriedhöfe der kriegsführenden Nationen besichtigt.

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Das Historial de la Grande Guerre in Péronne. In diesem trinationalen Museum (Französisch, Deutsch, Englisch) wird  der Erste Weltkrieg mit einem umfassenderen auch kulturgeschichtlichen Ansatz dargestellt.

 

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Britische Uniform im Historial de la Grande Guerre, symbolisch im Schützengraben liegend.

 

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Einblicke in das Historial de la Grande Guerre.

 

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Die verästelte Seenlandschaft der Somme bot ein äußerst schwieriges Terrain für die Schlacht von 1916.

 

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Britisches Denkmal zur Erinnerung an die Erstürmung des Dorfes Guillemont (Picardie) am 3. September 1916. Wie bei allen britischen - aber auch  französischen und deutschen Erinnerungsorten - finden sich auch hier Mohnblumenkränze (Poppies) der bis heute zahlreichen britischen, australischen, neuseeländischen und kanadischen Besucher.

 

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Während der drei Tage wurden wir von unserer kenntnisreichen aus Deutschland stammenden Führerin Julia Maaßen begleitet, die vor Ort lebt und auf die Stätten des Ersten Weltkriegs in der Region spezialisiert ist. Hier zeigt sie uns anhand eines französischen Denkmals den gestalterischen Unterschied zu einem britischen Denkmal.

 

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Heute erinnert das Dorf Guillemont an den bei Franzosen bis heute wenig umstrittenen Ernst Jünger, der im Ersten Weltkrieg in den Schützengräben am Rande des Dorfes lag.

 

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Nicht weit von Guillemont findet sich auf dem britischen Soldatenfriedhof das Grab eines der Söhne des britischen Premierministers Herbert Henry Asquith.

 

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Im Gegensatz zu Franzosen und Deutschen beerdigten Briten, Australier, Kanadier, Neuseeländer, Südafrikaner und Neufundländer ihre Gefallenen direkt in der Nähe des Schlachtfeldes. So gibt es im Somme-Gebiet heute über 400 Soldatenfriedhöfe dieser Staaten, die von der Commonwealth War Graves Commission durch über 600 Angestellte gepfelgt werden.

 

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In Thiepval befindet sich mit 45 Metern Höhe der größte Erinnerungsort für britische Soldaten außerhalb Großbritanniens. Er wird jährlich von 160.000 meist britischen Besuchern aufgesucht.

 

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Über 72.000 Namen sind auf den 16 Pfeilern des Denkmals eingemeißelt. Es sind die Namen derjenigen Gefallenen, die bis heute irgendwo auf den Schlachtfeldern der Somme verschollen sind und somit kein eigenes Grab bekommen konnten. Findet man doch noch die Gebeine eines dieser Soldaten, bekommt er ein eigenes Grab und wird auf dem Denkmal gelöscht.

 

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Auf jedem britischen Soldatenfriedhof befindet sich ein solcher Gedenkstein mit dem Satz "Their Name Liveth For Evermore".

 

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Die damalige eigenständige Dominion Neufundland kämpfte mit ihren Soldaten bei Beaumont-Hamel. Heute vermittelt ein von Kanada betreutes Gelände noch den Eindruck der Schützengräben.

 

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Über dem Gelände thront ein Karibu, der das damalige Symbol der Neufundländer war. Noch heute ist der Tag der Offensive Feiertag in ganz Kanada.

 

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Unter dem Karibu findet sich die Liste der Gefallenen Soldaten. Innerhalb einer halben Stunde starben bei dem Angriff auf deutsche Stellungen so viele neufundländische Soldaten, dass der 1. Juli zum Nationalfeiertag für die Region Neufundland erhoben wurde.

 

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Die britische Offensive begann am 1. Juli 1916 um 7:20 Uhr mit der Explosion mehrerer Minen, die zuvor monatelang an die deutschen Schützengräben herangegraben wurden. Angeblich seien die Explosionen bis London zu hören gewesen. Hier der Lochnagar Crater der Minenexplosion bei La Boiselle.

 

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Zur Zurücklegung der zahlreichen Wegstrecken entlang der damaligen Frontlinie war unser Uni-Bonn-Bus unverzichtbar.

 

017_Unsere Gruppe

Unsere Gruppe vor dem Schloss Querrieu, wo während der Somme-Schlacht das regionale britische Hauptquartier seinen Sitz hatte. Während des Krieges wurde das Schloss auch von König George V. besucht.

 

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Obwohl vier Jahre lang Frontstadt und trotz wechselnder Besatzer wurde die Kathedrale von Amiens, die größte Ihrer Art, größtenteils vom Krieg verschont.

 

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Heute ist die Kathedrale Weltkulturerbe.

 

022_Ruinen Fay

Die meisten zerstörten französischen Dörfer wurden nach dem Krieg an Ort und Stelle wiederaufgebaut. Der Ort Fay wurde hingegen an anderer Stelle wieder aufgebaut, sodass heute noch Überreste von seinem ursprünglichen Charakter zeugen.

 

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Während des ganzen Krieges blieb Arras in der Hand der Entente. Vor allem die Briten übernahmen hier später den Frontabschnitt. Die Kathedrale von Arras überstand die deutschen Bombardierungen.

 

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Der von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnete Belfried wurde hingegen zerstört und später wieder aufgebaut.

 

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Dies galt auch für Teile des Marktzplatzes aus dem 18. Jahrhundert.

 

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Unter Arras haben Briten und Neuseeländer über Monate kilometerlange Tunnel unter die deutsche Frontlinie gegraben. Dort kampierten acht Tage lang 24.000 Soldaten bis sie am 9. April 1917 den Angriffsbefehl erhielten und die Deutschen überraschten.
 

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Britischer Soldatenfriedhof bei Arras.

 

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Der größte französische Soldatenfriedhof in der Region mit über 42.000 Gefallenen befindet sich bei Souchez in der Nekropole Notre Dame de Lorette.

 

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Ungewöhnlich für das laizistische Frankreich findet sich in der Mitte des in den 1920ern aus über 150 kleineren Soldatenfriedhöfen aus der Umgebung erstellte Friedhof eine Kirche. 

 

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Besonders gestaltete - gen Mekka ausgerichtete - Grabsteine finden sich für muslimische Soldaten aus den französischen Kolonialtruppen.

 

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Der größte deutsche Soldatenfriedhof der Region mit 44.000 Gefallenen liegt in Neuville St. Vaast. Aus Platzmangel mussten hier teilweise vier Soldaten unter einem Kreuz beerdigt werden.

 

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In der Mitte des Friedhofs findet sich dieses Mahnmal. Auch hier haben britische Besucher einen Kranz mit Poppies niedergelegt.

 

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Zwischen den Kreuzen finden sich immer wieder Grabsteine jüdischer Soldaten. Diese wurden während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg entfernt und durch ein Kreuz mit der Aufschrift "Ein unbekannter Soldat" ersetzt. Nach dem Krieg wurden die Grabsteine anhand alter Pläne rekonstruiert.

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